Lore Prinzing hat im Bereich der Altenhilfe und der Seniorenarbeit in Ulm viel geleistet. Gestern wurde die engagierte Frau 90 Jahre alt. Gefeiert hat sie in der Seniorenresidenz Elisa mit Freunden und Bekannten, wo sie seit 2015 lebt.

Die gebürtige Ulmerin wuchs mit zwei Geschwistern auf, machte die Mittlere Reife und kam nach einer Ausbildung zur Sozialarbeiterin in Stuttgart wieder zurück in ihre Heimatstadt. Vom 21. Lebensjahr an war sie für die Stadt tätig, erst im Angestelltenverhältnis, ab 1975 dann als beamteter „Sozialamtmann“, wie ihre korrekte Bezeichnung für die Seniorenarbeit lautete, die sie bis zur Pensionierung 1991 maßgeblich prägte.

Die Jubilarin hat gemeinsam mit fünf Mitstreitern 1973 den ersten Altentreff in der Kronengasse gegründet, den Vorgänger des Generationentreffs. Die Arbeit dort wurde wissenschaftlich von Prof. Hartmut Radebold begleitet, für den die Jubilarin unzählige Berichte schrieb. Viele davon landeten als Studienergebnisse in dessen Büchern. Außerdem beriet sie den Seniorenrat.

Auf diese Arbeit in Ulm wurde man überregional aufmerksam und so erschienen Delegationen, um sich vor Ort umzuschauen. „Aus Berlin, der Schweiz und Holland kamen Besucher“, erinnert sich Lore Prinzing.

In ihrer Freizeit engangierte sie sich ehrenamtlich. Zu ihren Hobbys gehört die Musik, der sie von Kindheit an treu geblieben ist. Mit sieben Jahren erlernte sie das Klavier spielen, und noch heute spielt sie auf dem Instrument, das in ihrem Zimmer steht, klassische Melodien von Schubert oder Mozart. Früher war sie gern zum Skifahren oder Wandern unterwegs, aber längst sind die Wege der ledig gebliebenen Seniorin kürzer geworden. Mit dem Rollator ist sie gern auf dem Alten Friedhof unterwegs.