Die Stadt Ulm und ihre Sanierungsgesellschaft wissen genau, wo es fehlt. Nach Voruntersuchungen, einem Bürger-Workshop und einer Umfrage unter Anliegern ist klar, auf was es bei der Sanierung im neuerdings so genannten Wengenviertel ankommt: Aufwertung des öffentlichen Raums, energetische Sanierung, Erhöhung der Wohnqualität insbesondere über die Innenbereiche (Höfe, Balkone). Jetzt muss der Antrag für das Städtebauförderprogramm durch, dann könnte der Gemeinderat im Frühjahr den Satzungsbeschluss für die Sanierung fällen. 5,2 Millionen Euro sind für eine erste Staffel als Kostenrahmen berechnet worden, 2,5 Millionen davon blieben bei der Stadt hängen. Die Stadträte stimmten jetzt zu.

Angela Wagner von der Sanierungstreuhand und Stadtplaner Volker Jescheck haben am Dienstag einen Vorentwurf für einen Rahmenplan vorgestellt, der vier Punkte ausweist, an denen die Stadt gestalterisch zum Zuge kommen und wofür sie Finanzmittel vorhalten sollte:

  • Kreuzung am Wengentor: "Wir nennen ihn Wengenplatz";
  • Spielplatz Grabenmauer: Er soll aufgewertet werden;
  • Straßen und Plätze: Insbesondere Jakob-Griesinger-Platz vor der Wengenkirche, Webergasse und Irrgängle sollen aufgewertet werden;
  • Irrgängle: Es gilt als Fixpunkt der Sanierung. Die Stadt könnte nach einem Grundstückserwerb über ein Pilotprojekt eine Initialzündung geben. Außerdem soll auf dem Platz das Parken neu geordnet werden.

Angela Wagner betonte, dass es darauf ankommen werde, Projekte im Umfeld mitzubedenken, was vor allem Wegebeziehungen zu den neu entstehenden Sedelhöfen im Westen und die neuen Straßenbahnhaltestellen im Norden angeht.

Die Stadträte begrüßen, dass sich im Viertel etwas tut. Birgit Schäfer-Oelmayer (Grüne) bestätigte aus eigener Erfahrung die Anwohnerkritik am Autoverkehr, Parksuchverkehr werde gerade auf Weihnachten hin unerträglich. Siegfried Keppler (CDU) bezweifelt, dass der Kostenrahmen ausreicht: "Wenn ich das gesamte Gebiet betrachte, müsste es noch eine Null mehr sein - 50 Millionen." Es werde mehr, wie Angela Wagner und Baubürgermeister Alexander Wetzig mit Blick auf die Fördermechanismen versicherten.