Gemeinderat Wechsel in der Geschäftsführung der CDU-Fraktion

Karin Graf will sich auf ihre Arbeit im Ulmer Gemeinderat konzentrieren.
Karin Graf will sich auf ihre Arbeit im Ulmer Gemeinderat konzentrieren. © Foto: CDU
Ulm / cik 09.02.2017

Mehr als sieben Jahre lang war Stadträtin Karin Graf die Geschäftsführerin ihrer CDU-
Fraktion. Nun hört sie auf. Sie hat ihre Stelle zum 1. April gekündigt und wird sich vielleicht schon früher aus dem Fraktionsbüro im Rathaus zurückziehen, falls ihr Nachfolger ihre Arbeit schon früher übernehmen kann. Diese Details will der Fraktionsvorsitzende  Thomas Kienle in der nächsten Woche klären. Grafs Nachfolger soll ihr bisheriger Mitarbeiter Roman Nicolaus werden, berichtet Kienle. Nicolaus soll seinen Arbeitsvertrag aufstocken und dann die Geschäfte der neunköpfigen Fraktion führen.

Ihr Entschluss sei langsam gewachsen und gereift, sagt die ausgebildete Ärztin Karin Graf. Sie wolle sich nach sieben Jahren beruflich neu orientieren: „Ich schaue mal, ob ich mich nochmal neu erfinden kann.“ Die Arbeit als Fraktionsgeschäftsführerin habe nicht mehr zu ihr und der Fraktion gepasst.

Karin Graf bleibt Stadträtin

An ihrer Tätigkeit als Stadträtin ändere ihr Entschluss aber nichts, versichert Karin Graf. Die politische Arbeit mache sie nach wie vor leidenschaftlich gern, „ich liebe die Nähe zu den Menschen und die Arbeit mit Menschen“. Gerüchte, ihr Rückzug als Geschäftsführerin habe auch mit Schwierigkeiten innerhalb der CDU-Fraktion zu tun, möchte sie nicht bestätigen. Nur so viel: „Alle 40 Charaktere, die am Ratstisch sitzen, haben ihre Eigenheiten.“

Auch Fraktionschef Kienle wertet Grafs Kündigung als persönliche Entscheidung, die über längere Zeit hinweg gereift sei und damit zu tun habe, dass sich die Stadträtin verändern wolle. Die Fraktion habe ihr gedankt für ihre große Leistung und ihren Schritt bedauert. Kienle freut sich auf die weitere Zusammenarbeit. Karin Graf könne sich als Stadträtin nun noch mehr auf ihre Themen konzentrieren.

Dass die CDU-Fraktion mit einigen individualistischen Stadträten als schwierig gilt, kann Kienle nicht nachvollziehen. „Welche Fraktion ist einfach?“, fragt er. Die CDU arbeite jedenfalls pragmatisch zusammen.