Der 1750 in Jungingen geborene Dichter und Romancier war nicht nur Mitbegründer des Göttinger Hainbundes, dem auch Matthias Claudius angehörte, sondern zudem Kollegen wie Mörike und dem jungen Goethe ein Vorbild. Watzka nennt Miller ein "Ulmer One-Hit-Wonder", da sein Roman "Siegwart - eine Klostergeschichte" in der Wertschätzung der Leser damals gleich nach Goethes "Werther" rangierte.

Zum Abschluss der 1. Ulmer Literaturwoche kommt Watzka, der derzeit an der New Yorker Columbia University seinen Doktor macht, für ein paar Tage zurück in seine Heimat. Morgen, Freitag, 19.30 Uhr, stellt er in der Stadtbibliothek sein jüngst im Berliner Elfenbeinverlag erschienenes Buch "Liederton und Triller" vor. Darin fasst er erstmals seit Millers Tod im Jahr 1814 wieder sämtliche Gedichte des späteren Münsterpredigers zusammen. Über dessen Leben, Schreiben und Wirken unterhält er sich an diesem Abend mit Miller-Kenner Bernd Breitenbruch. Die Lieder, die vier Komponisten - Mozart, Beethoven, dessen Lehrer Christian Gottlob Neefe und der Memminger Christoph Rheineck - zu Millers 1775 entstandenem Gedicht "Die Zufriedenheit" schrieben, intoniert Tenor Alexander Schröder vom Theater Ulm.

Die Bibliothek bittet um Anmeldungen unter stadtbibliothek@ulm.de, der Eintritt ist frei.