Hitzewelle Wasserknappheit plagt die Region

Aufgerissen und ausgetrocknet ist eine Sandbank an der Niedrigwasser führenden Donau nahe Mariaposching in Niederbayern.
Aufgerissen und ausgetrocknet ist eine Sandbank an der Niedrigwasser führenden Donau nahe Mariaposching in Niederbayern. © Foto: Armin Weigel (dpa)
Ulm / Christoph Knauthe und Mareike Hauser 02.08.2018
Die anhaltend hohen Temperaturen und der ausbleibende Niederschlag stellen die Wasserversorgung auf eine harte Probe.

Die Stadt Weißenhorn appellierte bereits an ihre Bewohner, sparsam mit dem Trinkwasser zu haushalten: „Aufgrund der derzeitigen hochsommerlichen Witterung möchten wir die Gartenbesitzer darum bitten, bei der Rasenbewässerung sparsam mit unserem Trinkwasser umzugehen.“, schreibt Ernst Peter Keller, 2. Bürgermeister, im Weißenhorner Stadtanzeiger. Steigt der Verbrauch noch weiter, müsste erstmals in der Geschichte auf den Notverbund mit Pfaffenhofen zurückgegriffen werden.

Niedrigwasser birgt Gefahren

In Stuttgart darf bereits kein Wasser mehr aus Bächen abgepumpt werden. Trocknen diese komplett aus, sind vom Wasser abhängige Tiere und Pflanzen in Gefahr. Auch die Fische in Flüssen und Seen haben es zurzeit schwer. Das Niedrigwasser und die hohen Temperaturen sorgen für schwierige Bedingungen: Weniger Rückzugsorte in der Tiefe und ein geringerer Sauerstoffgehalt im warmen Wasser.

„Den Fischen im Donautunnel (Aquarium im Ulmer Tiergarten, Anmerkung der Redaktion) geht es gerade besser als den Fischen in der Donau.“, erklärt Thomas Kellhofer, Tierpfleger im Tiergarten Ulm. Denn dort sorgt er für kühlendes Frischwasser.

Keine Wasserknappheit in Ulm/Neu-Ulm

Auch in Ulm und Neu-Ulm hat sich der Wasserverbrauch zuletzt deutlich erhöht. Laut Informationen der SWU liegt die Trinkwasserförderung derzeit etwa ein Viertel bis ein Drittel über der normalen Menge.

Im Neu-Ulmer Gewinnungsgebiet „Illeraue“ werden durchschnittlich 9.700 Kubikmeter Grundwasser pro Tag gefördert; derzeit sind es rund 13.000 Kubikmeter. Im Ulmer Fördergebiet „Rote Wand“ (Wiblingen) liegt der Tagesschnitt bei 22.200 Kubikmetern, momentan sind es rund 30.000 Kubikmeter.

Dennoch geben die SWU Entwarnung: die Brunnen würden bei Bedarf noch mehr Grundwasser fördern können. Die Vorkommen in den genannten Auwäldern seien sehr groß. Eine Knappheit werde nicht erwartet, auch nicht über eine längere Hitzeperiode hinweg.

Munitionsreste

Durch die allgemein niedrigen Wasserstände wurden in der Elbe zuletzt vermehrt Munitionsreste aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt. Laut Marlies Gildehaus, Pressesprecherin der Stadt Ulm, habe es solche Funde in letzter Zeit keine gegeben. Auch in der Vergangenheit seien nur sehr vereinzelt kleinere Relikte aufgetaucht.

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