Streik Warnstreik in Ulm: Was Sie wissen müssen

Am morgigen Dienstag sind zahlreiche Fahrtausfälle zu erwarten.
Am morgigen Dienstag sind zahlreiche Fahrtausfälle zu erwarten. © Foto: SWP
Ulm / Tobias Herrmann 20.03.2018
Am Dienstag ist Streik im öffentlichen Nahverkehr in und um Ulm. Auch viele Mülltonnen bleiben voll. Hier alle Infos.

Am Dienstag, den 20. März 2018, wird es in Ulm zu erheblichen Behinderungen im öffentlichen Nahverkehr kommen. Wie die SWU Verkehr mitteilte, sind im Zuge des Warnstreiks der Gewerkschaft Verdi zahlreiche Fahrtausfälle zu erwarten.

Konkret heißt das: Die Straßenbahn (Linie 1) sowie die Busse der Linien 10 und 15 bleiben den ganzen Tag in den Depots. Dies liegt daran, dass alle Fahrten von der SWU selbst durchgeführt werden. Bei den Linien 3/5, 4, 7, 9, 13 und E hingegen werden einige Fahrten von Subunternehmern betrieben, die sich nicht an dem Streik beteiligen. Folglich sind diese nur teilweise betroffen.

Nur Busse der SWU betroffen

Auf Anfrage der Südwest Presse teilt Maria Winkler, die Bezirksgeschäftsführerin bei Verdi für den Bereich Ostwürttemberg-Ulm, weitere Einzelheiten mit.

  • Auf der Doppellinie 3/5 werden pro Runde lediglich drei Busse der Regionalbus Augsburg GmbH (RBA) im Einsatz sein. Die sonst üblichen 12 Busse der SWU fallen aus.
  • Bei der Linie 4 sind von normalerweise sieben Bussen nur die vier Busse der DB ZugBus Regionalverkehr Alb-Bodensee (RAB) in Betrieb.
  • Die Linien 8, 11 und 14 werden hingegen komplett von Subunternehmern übernommen. Daher soll bei diesen Linien der Betrieb ungestört ablaufen.

Streikbeginn ist bereits gegen 4 Uhr morgens, womit besonders Berufspendler, Studenten und Schüler von dem Streik betroffen sein werden. Maria Winkler rechnet „gegen Nachmittag“ mit einem Ende des Streiks. Allerdings könne es auch danach noch etwas dauern, bis sich der Betrieb wieder mobilisiere.

Die SWU empfiehlt Fahrgästen, sich vorab auf der geografischen Echtzeitauskunft echtzeit.swu.de zu informieren, ob die geplante Fahrt stattfindet.

Mülltonnen werden nicht geleert

Auch die meisten Mülltonnen bleiben am Dienstag ungeleert. Die EBU bittet darum, die Abfallbehälter zur Abfuhr stehen zu lassen. Für Restmüll sind die Abfuhrbezirke 7, 8, 9 und 10 betroffen, für Biomüll die Abfuhrbezirke 2, 3, 4, 5, 7, 8, 9 und 10. Die Abfuhr der gelben Säcke hingegen bleibt von den Streiks unberührt.

Die Beschäftigten der EBU sollen am Dienstag ganztägig streiken. Die Stadtreinigung höre schon am Montag mit der Nachtschicht auf. Die städtischen Wertstoffhöfe bleiben geschlossen, auch Friedhofsmitarbeiter streiken.

Kein Angebot der Arbeitgeber in zweiter Verhandlungsrunde

Hintergrund des Streiks, dem sich gegen 12 Uhr auch Mitarbeiter der EBU und SWU Energie, Netze und Telenet anschließen sollen, ist der anhaltende Tarifkonflikt. Die Gegenseite hätte in der zweiten Verhandlungsrunde kein Angebot gemacht, kritisiert Winkler. Dies würden die Betroffenen als „Hohn und Missachtung ihrer täglichen Arbeit empfinden“, so die Gewerkschaftsleiterin weiter und verweist auf die vollen Kassen. Demnach hätten die öffentlichen Haushalte 2017 einen Überschuss von 38 Milliarden Euro erwirtschaftet. Um den Forderungen Verdis entgegenzukommen, seien hingegen lediglich 6 Milliarden Euro nötig, so die Geschäftsführerin.

Für die Beschäftigten bei Bund und Kommunen fordert Verdi eine Erhöhung der Entgelte um 6 Prozent. Im Bezirk Ostwürttemberg-Ulm sind etwa 15.000 Tarifbeschäftigte in Verwaltungen, Krankenhäusern, Bauhöfen, Kindertagesstätten, Kultureinrichtungen, Energiebetrieben und im Nahverkehr betroffen.

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