Ausstellung Kunstprojekt am Scholl-Gymnasium mit Gefangenen

Ulm / Lara Nitschke 04.07.2017
Gemeinsames Kunstprojekt des Scholl-Gymnasiums mit Gefangenen.

Was ist eigentlich Freiheit? Diese Frage stellten wir uns. Wir – der Kunstkurs des Hans und Sophie Scholl-Gymnasiums. Schnell war man sich einig, der Begriff Freiheit lässt sich nicht allgemein definieren, denn Freiheit kann vieles sein und wird subjektiv empfunden.

Darum ging es auch in unserem Projekt für die „Nacht der Freiheit“ in Ulm anlässlich des Lutherjahres. Doch war es kein gewöhnliches Kunstprojekt. Wir stellten es nicht alleine auf die Beine, sondern hatten großartige Hilfe von Menschen, die man normalerweise eher weniger mit Freiheit in Verbindung bringt. Das Projekt war eine Zusammenarbeit mit Gefangenen der Ulmer Justizvollzugsanstalt.

Getrenntes Arbeiten

Zunächst arbeiteten die Schüler und die Gefangenen getrennt voneinander. Anhand von verschiedenen Bildern schrieben Schüler und Gefangene auf, was sie jeweils mit dem Begriff „Freiheit“ assoziieren. Es entstanden kurze Sätze, ganze Texte, sogar einige Gedichte. Außerdem zeichnete jeder seinen Hand- bzw. Armumriss auf eine Leinwand. Die Umrisse wurden anschließend angemalt. Als nächstes be  schrieb jeder auf Transparentpapier, in kurzen Sätze, Wörtern oder Symbolen, was Freiheit für ihn bedeutet.

An einem Sonntagmorgen bekamen wir sogar die Gelegenheit, unsere Projektpartner kennenzulernen.  Wir besuchten sie im Gefängnis, wo wir die Transparentpapiere auf Leinwände klebten, das Projekt fertig stellten und uns miteinander unterhielten. Es kamen interessante Gespräche zustande, nach denen so manches Vorurteil über Bord geworfen wurde.

Toller Abschlussabend

Wir stellten unser Projekt bei der „Nacht der Freiheit“  im Haus der Begegnung aus. Natürlich durften auch einige Gefangene mit dabei sein. Es war ein toller Abend und alle waren sich einig, dass das Projekt eine spannende Erfahrung war, aus der wir einiges gelernt haben.