Bildung Bildung: Was ist eigentlich ein Menschenrecht?

Von links: Stiftungsratsvorsitzender Stefan Drößler, Referent Lothar Heusohn und Stiftungsmitglied Urs Fiechtner.
Von links: Stiftungsratsvorsitzender Stefan Drößler, Referent Lothar Heusohn und Stiftungsmitglied Urs Fiechtner. © Foto: Oliver Schulz
Ulm / Ulrike Schleicher 08.05.2017
Die neu gegründete Stiftung Menschenrechtsbildung in Ulm will Aufklärung für Schüler und Erwachsene leisten. Daneben soll der Ulmer Menschenrechtspreis verliehen werden und es gibt 12 Vorträge.

Es gibt viel zu lernen. Fragt man Leute, ob sie Menschenrechte kennen, nennen sie meist Artikel aus dem deutschen Grundgesetz. Ganz falsch ist das nicht, weil es Überschneidungen gibt. Aber Menschenrechte wie das Recht auf Bildung, auf Leben und Freiheit, auf eine Staatsangehörigkeit, das Verbot von Folter und der Sklaverei zum Beispiel sind in der UN Charta im Jahr 1948 festgelegt worden, erklärt Stefan Drößler.

Nicht nur, weil das wenigen Leuten bewusst ist, sondern weil gerade in diesen Zeiten oft um Menschenrecht gestritten wird, hat sich die Ulmer Stiftung „Menschenrechtsbildung“ gegründet. Theoretisch bereits im September 2015, praktisch erst jetzt. „Das hatte mit formal-rechtlichen Dingen zu tun“, erklärt Drößler, der Vorsitzender des Stiftungsrates ist und gemeinsam mit Stiftungsratsmitglied Urs Fiechtner und Lothar Heusohn die Stiftung vorgestellt hat. Ziel ist, Menschenrechte, ihre Bedeutung, wie sie umgesetzt, auch wie sie verletzt und missachtet werden, bekannt zu machen. „Und ein Bewusstsein für das Thema zu schaffen“, sagt Heusohn, der als einer der sechs Referenten innerhalb der Stiftung fungiert. Denn laut einer Studie aus dem Jahr 2014 bestehe in Schulen und auch bei Erwachsenen ein klares Defizit an Wissen darüber. „Das, obwohl die Kultusminister empfohlen haben, das Thema Menschenrecht in den Lehrplan und in jedes Fach einfließen zu lassen.“ Tatsächlich jedoch gehe es unter.

Kurzer Weg zur Stiftung

Kein Vorwurf an die Lehrer, die genug zu tun haben, sagt Heusohn. Aber für die Stiftung wichtig genug, um künftig eine Brückenfunktion zu übernehmen und in die Schulen zu gehen. Auf Anfrage und mit einem Angebot, das sich auf der Website leicht finden lässt: „Der Weg zu uns ist kurz“, sagt Heusohn. Auch Form und Dauer der Vermittlung sind vielfältig. Als Theater, Kunst- und Musik-Projekt etwa, als Vortrag, Seminar, für die Dauer von Projekttagen, für wöchentliche Treffen. Als Beispiel nennt Fiechtner die elfte Klasse einer Schule in Weißenhorn, die die Autobiografie eines zum Tode verurteilten Mannes aus dem Englischen übersetzt hat. „Ein preiswürdiges Projekt, bei dem viel über Menschenrechte diskutiert wurde.“

Ebenfalls auf der Agenda der Stiftung steht eine monatliche Vortragsreihe – immer donnerstags – im Forum der Ulmer Volksbank. Sinn ist, dass Ulmer Bürger sich kritisch und diskursiv mit zentralen Menschenrechtsthemen auseinandersetzen“, sagt Drößler.

Die erste Veranstaltung ist am Donnerstag, 11. Mai, am Olgaplatz um 18.30 Uhr. Unter dem Titel „Vor Reisen nach Afghanistan wird dringend gewarnt“, sprechen der ehemalige ARD-Korrespondent Marc Thörner und der Asylrechtsexperte Wolfgang Grenz.

Auf Spenden angewiesen

Sponsor Die Volksbank Ulm-Biberach hat die Treuhandschaft für die Stiftung übernommen sowie 1500 Euro für die Vortragsreihe gespendet. Zudem schoss die Ulmer Bürgerstiftung 2000 Euro zu. Ganz klar: „Wir brauchen Geld“, brachte es Urs Fiechtner auf den Punkt.

Preis Der Ulmer Menschenrechtspreis wird zum ersten Mal im Dezember dieses Jahres verliehen. Jeder kann Vorschläge per Mail einreichen. Ziel ist, den Preis mit 3000 Euro zu dotieren. Auch dafür will die Stiftung Geld sammeln: Stiftung Menschenrechtsbildung, IBAN DE10 6309 0100 0140 5370 07, Volksbank Ulm-Biberach, E-Mail: kontakt@stiftung-menschenrechtsbildung.de

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