Ulm / BEATE STORZ Seit sechs Jahren bietet die Uni in den Ferien das "Science Camp" für Schüler an. Wissenschaftler erklären kindgerecht naturwissenschaftliche Sachverhalte und lassen die jungen Forscher experimentieren.

Biologin Taina Conrad gibt jedem Kind eine tote Maus und zwei lebende Totengräber. Aufgabe: die Maus in eine mit Erde gefüllte Dose zu legen und die Käfer dazu zu geben. Das mag wissenschaftlich in Ordnung sein, appetitlich ist es nicht. Prompt muss die 12-jährige Jessica passen, der Ekel überkommt sie: "Ich mag keine toten Tiere, die will ich nicht sehen und auch nicht anfassen." Marco, 13, eilt ihr zu Hilfe. Ohne mit der Wimper zu zucken packt er die Maus am Schwanz und legt sie in die Dose. Marco ist Stammkunde beim Science Camp der Universität Ulm: "In der Schule machen wir nicht so tolle Versuche." Auch die 12-jährige Laura ist begeistert. "Da lernt man was."

Science Camp, das heißt: 12- bis 14-Jährige beschäftigen sich drei Tage mit naturwissenschaftlichen und technischen Fragestellungen. Begleitet und angeleitet werden sie dabei von Wissenschaftlern und so genannten "Senior consultants" - das sind pädagogisch geschulte Senioren, die sich ehrenamtlich engagieren. Seit zwei Jahren etwa ist Dieter Schüngel, 72, dabei. "Ich helfe den Kindern, wenn sie nicht weiter kommen. Und nebenbei lerne ich viel Neues."

Um Kraft-Wärme-Kopplung, Solarenergie und um biologische Zersetzungsprozesse geht es diesmal, auch eine Exkursion zur Fernwärme Ulm (FUG) steht für die 17 Jungen und 3 Mädchen auf dem Programm. Die Uni verfolgt mit dem Ferienangebot das Ziel, junge Leute für wissenschaftliches Arbeiten zu begeistern - kurz: ihnen das Uni-Leben schon im Vorfeld schmackhaft zu machen.

Wie der Zersetzungsprozess nun vor sich geht? Die Kinder lernen, dass die Totengräber die Maus verbuddeln. Danach paaren sie sich und das Weibchen legt ihre Eier in den Kadaver. Mit Speckkäfern funktioniert es übrigens ebenso. Und der Regenwurm macht sogar rundherum sauber: Er zersetzt das Laub.