Ulm. Die "Ulmer Denkanstöße" sind eine feste Größe im Jahreskalender. Das zeigte sich einmal mehr bei der Auftaktveranstaltung gestern Abend im Stadthaus. Voll wars, und zwar so sehr, dass die nicht mehr in den Saal passenden Besucher auf den Außenraum und die obere Etage ausweichen mussten, wo die Vorträge der Referenten via Bildschirm übertragen wurden.

Um den gesellschaftlichen Stellenwert von Arbeit geht es in der fünften Auflage der von Sparda Bank, Uni und Stadt Ulm veranstalteten Denkanstöße noch bis Samstag, das Thema wird von illustren Rednern aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet. Den Anfang machte Dr. Notker Wolf, weltweiter Chef des Benediktinerordens und eigentlich als brillanter Redner bekannt. Gestern enttäuschte er. Sein Festvortrag "Ora et labora - Anregungen für die Lebensgestaltung in einer komplexen Welt" ließ über Strecken den roten Faden vermissen. Zur Sprunghaftigkeit gesellten sich Allgemeinplätze ("Ziel muss bleiben, selber zu denken", "Mangel an Kontinuität zerstört Bindungen"), und ein Quantum Selbstgefälligkeit, was einige Besucher veranlasste, die Veranstaltung vorzeitig zu verlassen. Wer weiß, vielleicht war Wolf ja überarbeitet, und hat so den Bogen zum Thema doch - nolens volens - geschlagen. Heute geht es ab 14. 30 Uhr im Stadthaus mit einem Symposium zum Wandel des Arbeitsbegriffs weiter.