Region Warnstreiks behindern Nahverkehr in mehreren Städten

Region / 19.04.2016
Kein guter Tag für Pendler: Wegen Warnstreiks im öffentlichen Dienst gibt es im Südwesten in mehreren Städten Einschränkungen im Nahverkehr. Am Donnerstag geht der Arbeitskampf in Kliniken weiter.
Im Tarifkonflikt des öffentlichen Dienstes hat es am Dienstag in Baden-Württemberg erste Warnstreiks gegeben. Bus- und Bahnfahrer legten mit Beginn der Frühschicht um 3.00 Uhr die Arbeit nieder, wie Thorsten Dassow von der Gewerkschaft Verdi sagte. Betroffen war vor allem der Nahverkehr in den Städten Karlsruhe,
Pforzheim und Baden-Baden. Teilweise wurde Ersatzverkehr eingerichtet. Den Angaben zufolge beteiligten sich mehr als 800 Beschäftigte. Der Betrieb sollte Verdi zufolge erst Mittwochfrüh wieder aufgenommen werden.

Verdi-Landesbezirksleiterin Leni Breymaier forderte auf einer Kundgebung in Pforzheim den Städtetag Baden-Württemberg auf, sein Geld lieber in die Verbesserung der Arbeitsbedingungen zu stecken als in Werbekampagnen. Unter dem Motto „Wir machen's öffentlich!“ werben baden-württembergische Städte derzeit um Mitarbeiter im öffentlichen Dienst. „Gutes Personal gewinnt man mit guter Bezahlung, nicht mit Werbekampagnen“, sagte Breymaier. Weitere Warnstreiks gab es unter anderem bei städtischen Betrieben in Ulm und in mehreren Landkreisen in Oberschwaben.

Mit dem Arbeitskampf will Verdi den Druck in den Tarifverhandlungen erhöhen. Die Gewerkschaften fordern unter anderem sechs Prozent mehr Geld, die Arbeitgeber bieten rund drei Prozent Einkommenssteigerung
für zwei Jahre an.

Am Mittwoch sollte es nur kleinere Aktionen beispielsweise bei den Stadtwerken und einer Klinik in Schwäbisch Gmünd geben. Am Donnerstag will Verdi den Schwerpunkt der Warnstreiks dann nach eigenen Angaben auf die kommunalen Kliniken legen. Im Südwesten wird es demnach an mehr als 20 Einrichtungen zu Arbeitsniederlegungen oder Aktionen kommen.

Die Gewerkschaft will an ausgewählten Kliniken, unter anderem am Schwarzwald-Baar-Klinikum, die Streiks so organisieren, dass es zu Schließungen einzelner Stationen kommen wird. Die Kliniken haben einer Verdi-Sprecherin zufolge aber so weit im Vorfeld von den Warnstreiks erfahren, dass sie Patienten entsprechend anderswo unterbringen konnten.
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