„Neidhammel“ gegen „Selbstdarsteller“: Der verbale Schlagabtausch zwischen den Ulmer Unternehmern Walter Feucht (Uldo Backmittel) und Ernst Prost (Liqui Moly) geht in die nächste Runde.
Erneuter Anlass ist Feuchts Kolumne im Stadtmagazin „Spazz“. In der Juli-Ausgabe bedankt sich der 71-Jährige bei allen Akteuren, die dafür gesorgt haben, dass Ulm und Neu-Ulm „von der Pandemie weitestgehend verschont blieb“. Er lobt Feuerwehr und Polizei, findet anerkennende Worte für Pflegekräfte.
Einen Absatz – und hier wird es pikant – widmet Feucht den Klinikbossen und Chefärzten, die seiner Meinung nach „zurückhaltend und leise“ agiert hätten, ohne „eitle Selbstdarstellung“. Feucht schreibt: „Keiner hat sich weggesperrt hinter hohen virtuellen oder realen Schlossmauern, sie waren für uns alle da, mitten im Infektionsgeschehen.“

Ernst Prost: „Der unheimliche Pisser hat wieder zugeschlagen“

Ernst Prost, der im Schloss Leipheim wohnt und von Feucht in dessen Mai-Kolumne unter anderem als „kleiner Selbstdarsteller“ bezeichnet wurde, wittert einen erneuten verbalen Angriff – und meldet sich prompt über seinen E-Mail-Verteiler zu Wort: „Der unheimliche Pisser hat schon wieder zugeschlagen. Wer kennt diesen Fritzchen-Witz nicht? Aber es geht nicht um Fritzchen, sondern um den Wadenbeißer Walter“, heißt es zu Beginn.
Prost wirft Feucht vor, das Stänkern und Pöbeln nicht lassen zu können. „Schlossmauern, Interviews über erfolgreiches Krisenmanagement, 4 Millionen-Euro-Spenden für Rettungsdienste, 36 neue Arbeitsplätze in der Krise geschaffen.... All dies missfällt offensichtlich dem semi-erfolgreichen Bonsai-Multi-Unternehmer mit der unverschämten Gosch. Ist es Neid? Missgunst? Größenwahn? Oder einfach nur die Lust, sich selbst zum kolumnenschreibenden Deppen zu machen?“, fragt Prost.

Prost wirft Feucht „saufaule Ausrede“ vor

Weiter lässt er sich über den Rückzug von Feuchts Firma als Sponsor bei der TSG Söflingen aus: „Die ,saufaule' Ausrede, dass die Tochter die Geschicke der Firma bestimmt, deshalb die Werbemittel zukünftig in anderen Bereichen eingesetzt werden und dem Vater und Geschäftsführer der Firma nunmehr nichts anderes übrig blieb (schluchz), als das Sponsoring-Engagement bei seinen Handballern zu beenden, ist an ,Verdummbeutelung' von Menschen nicht mehr zu überbieten. Oder ist er schon entmündigt? Wäre eine Erklärung für so manche gruselig-lächerliche Entgleisung dieses Typen. Das hätte mal ein anderer machen sollen in Ulm oder sonst wo im Universum des Herrn Feucht. In der Luft hätte er ihn zerrissen.“
Prost kommt in seiner E-Mail zu dem Schluss, „lieber hinter Schlossmauern Gutes tun“ zu wollen, als „sich in der Backstube für 5 Cent Kostenersparnis eine Blutblase in den Säckel zwicken lassen – wie man im Schwäbischen so schön zu Neidhammeln und Geizhälsen sagt.“