Freunde werden die beiden wohl nicht mehr: Die Ulmer Unternehmer Walter Feucht (Uldo) und Ernst Prost (Liqui Moly) streiten sich über verschiedene mediale Kanäle – und nehmen dabei kein Blatt vor den Mund. Die Beleidigungen reichen von „Kleiner Selbstdarsteller mit Minderwertigkeitskomplexen“ bis hin zu „Maskenkasper im Komödeienstadel“.

Reaktionen auf Facebook: Einige Nutzer ergreifen Partei für Ernst Prost

Im Netz rief die öffentliche Fehde zahlreiche Reaktionen hervor. Auf der Facebook-Seite von swp.de ergriffen einige Nutzer Partei für Liqui-Moly-Chef Prost: „In Prost hat Herr Feucht jetzt endlich seinen Don Camillo gefunden - recht so!“, schrieb eine Nutzerin. Ein anderer User kommentierte: „Kann der Feucht nicht endlich umziehen ? Herr Prost ist einer der sozialsten Arbeitgeber in Ulm und Umgebung... siehe seinen Umgang mit den Mitarbeitern während der Coronazeit... was hat Herr Feucht so selbstloses vorzuweisen ?“ Noch deutlicher äußerte sich ein weiterer Kommentator: „Es reicht Herr Feucht: Gehen Sie in Rente und verschonen Sie uns mit dem niveaulosen Geschmiere.“

Andere User kritisieren die Unternehmer für den öffentliche Streit

Andere User zeigten sich vom öffentlichen Streit genervt. „Muss man sich das wirklich antun? Hat das in diesen Zeiten irgendeine Relevanz?“, schrieb einer. Ein anderer Nutzer kommentierte kurz und knapp mit: „Beide peinlich.....“Eine weitere Äußerung: „Schön das man sich auch im Alter noch wie im Kindergarten streiten kann.“

Marketing-Chef schreibt über Sponsoring-Anfrage der TSG Söflingen

Inzwischen haben sich auch Liqui-Moly-Mitarbeiter zum Streit ihres Chefs mit Walter Feucht geäußert. „Walter Feucht, was haben Sie geraucht? Was vernebelt Ihre Sinne? Was quält Sie? Was treibt Sie zu solchen dümmlichen Aussagen?“, fragte Marketing-Leiter Peter Baumann in einer E-Mail, die nicht nur an Feuchts Firma geschickt wurde, sondern auch an zahlreiche Medienhäuser in der Region. In der Mail erwähnt Baumann auch die TSG Söflingen, dessen Vorstand Walter Feucht ist. „Ich finde es interessant, wenn die Handballer der TSG Söflingen bei Liqui Moly nach einem Sponsoring ersuchen, weil der Vereinsvorstand, der mit seiner Firma bisher der Hauptsponsor war, sich das nicht mehr leisten kann“, schreibt Baumann.

Feucht gegen Prost: Wie es zu der Fehde kam

Der Hintergrund des Streits: Walter Feucht hatte in seiner Kolumne im Ulmer Stadtmagazin „Spazz“ den Liqui-Moly-Chef attackiert. Darin nannte er Prost unter anderem einen „kleinen Selbstdarsteller, der unter Minderwertigkeitskomplexen zu leiden scheint“, genannt – und ihm, grob zusammengefasst, vor allem vorgeworfen, nur über gute Taten zu reden, ohne dann wirklich zu handeln. Prost seinerseits hatte Feucht in einer längeren Mail, die er an viele Personen des Ulmer Stadtgeschehens schickte, unter anderem einen „selbsternannten Multi-Unternehmer“ genannt, „der seichte, dümmliche und ehrabschneidende Schwachsinn-Sätze in einem drittklassigen Anzeigen-Heftlein veröffentlicht“.