Synagoge Sachbeschädigung an Synagoge: Noch keine Hinweise auf den Täter

So soll der mutmaßliche Täter aussehen.
So soll der mutmaßliche Täter aussehen. © Foto: Polizei
Ulm / Ulrike Schleicher 13.09.2017
Polizei hat noch keine Hinweise zum Verdächtigen, der die Synagoge mehrmals beschädigt hat.

Das Fahndungsfoto, das den mutmaßlichen Täter zeigt, der die Synagoge beschädigt haben soll, hat bis Dienstagnachmittag noch keine Hinweise ergeben. Das teilte der Sprecher der Ulmer Polizei, Wolfgang Jürgens, auf Anfrage mit. Wie mehrmals berichtet, hatte ein Mann an zwei aufeinanderfolgenden Samstagen das jüdische Gotteshaus auf dem Weinhof traktiert. Das erste Mal hatte er am 26. August gegen 2.30 Uhr einen mitgebrachten Metallpfosten gegen eine Stelle links vom Eingang geschlagen. Am darauf folgenden Samstag trat der Täter gegen 1.30 Uhr mit dem Fuß gegen die beschädigte Stelle, ließ ab, als Passanten vorbeikamen, und kehrte später zurück. Er trat nochmals zu, die Kalksteinplatte brach.

Von Beginn an ermittle eine Inspektion der Ulmer Kripo auch in Richtung politisch motivierte Tat, sagte Jürgens. „Ausschließen kann man es nicht.“ Auf die Frage, warum die Polizei erst nach dem zweiten Vorfall an die Öffentlichkeit gegangen ist, sagte er: „Das hatte ermittlungstechnische Gründe.“ Natürlich seien aufgrund der Videoaufzeichnungen der Synagoge „gute Fotos“ vorgelegen, aber „in manchen Fällen muss man abwägen, ob eine Personenbeschreibung oder gar ein Foto gerechtfertigt ist“. Erst nach dem zweiten Mal sei man von einem Zusammenhang ausgegangen. Weil sich kein Fahndungserfolg eingestellt habe, sei nun auch das Foto veröffentlicht worden.

Auffällig ist vor allem das T-Shirt des Verdächtigen mit dem Aufdruck „81“, eine Zahl, die auf die Rockerbande Hells Angels hinweisen könnte. Allerdings sind diese Shirts im Internet für jeden frei erhältlich.

Das Gemeindeleben in der Synagoge gehe seinen gewohnten Gang, sagte Rabbiner Sheur Trebnik. Obwohl man ein „bisschen zwischen Normalität und Sorge schwanke“. Aber der Vorfall sei nicht der einzige auf der Welt, der für Ängste sorge. „Deshalb können wir nicht alle einfach zu Hause bleiben.“ Wachsam sein, sollte man aber schon.