Friedenswochen Vorträge, Lesungen, Konzerte

Ulm / ruk 13.07.2018

20 Kriege und 222 gewaltsame Konflikte weist das Barometer des Heidelberger Instituts internationale Konfliktforschung für 2017 aus. Angesichts dieser Zahlen könnte man den Kopf in den Sand stecken – oder sich für den Frieden engagieren. Reinhard Köhler, Lothar Heusohn und Reinhold Thiel neigen eher nicht zum Verzweifeln, sie tun was, und das schon seit Jahren. Das Trio war 2017 maßgeblich mit dafür verantwortlich, dass die Ulmer Friedenswochen wieder aufgelegt wurden. Die Resonanz im vergangenen Jahr war derart überwältigend, dass die Koordinationsgruppe (KG) Frieden nicht umhin kam, auch für diesen Herbst wieder ein interessantes Programm zusammenzustellen.

34 Veranstaltungen hat die KG Frieden auf die Beine gestellt, beginnend am Antikriegstag (1. September) und endend am Tag der Deutschen Einheit (3. Oktober). Zehn mehr als im vergangenen Jahr, was dem Andrang der Gruppen, Initiativen und Organisationen geschuldet ist, die sich beteiligen wollten. Auch ihre Zahl ist von 24 auf 34 angestiegen, „das ist der Beginn einer neuen Bewegung“, sagte Köhler bei der Vorstellung des Programms.

Ulm als Nato-Standort

Aus lokaler Sicht besonders interessant sind die Veranstaltungen, die sich mit Ulm als Standort für das geplante Nato-Logistikzentrum beschäftigen. So wird am 5. September Tobias Pflüger, Friedensforscher und Bundestagsabgeordneter der Linken, zu diesem Thema sprechen. Am 27. September befasst sich Henrik Paulitz, Leiter der Akademie Bergstraße für Ressourcen-, Demokratie- und Friedensforschung, mit der „Kriegsmacht Deutschland“ unter besonderer Berücksichtigung Ulms. Um „Profiteure des Terrors“ geht es am Dienstag, 4. September, der Journalist Marcus Bickel stellt dar, wie Deutschland an Kriegen verdient. Fluchtursachen werden thematisiert (11. September), der Zusammenhang von Wirtschaft und Menschenrechten (13. September) erläutert, Konflikte um das Wasser aus Tibet (20. September) dargelegt.

Der Reigen an Veranstaltungen ist bunt: Es gibt Lesungen, unter anderem mit Texten von Stefan Zweig, Konzerte, Filme und eine Fotoausstellung zur Geschichte der Ulmer Friedensbewegung, deren Anfänge ja bis 1977 zurückreicht. 

Info Das Programmheft liegt überall in der Stadt aus, ist aber auch unter
www.friedenswochen-ulm.de im
Internet abrufbar.

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