Die Stadt Ulm sieht sich in vielen Zukunftsfragen vorne mit dabei. Besondere Kernkompetenz reklamiert sie dabei aber auf dem Feld für Elektromobilität für sich. Drei Bausteine greifen dabei ineinander:

die Grundlagenforschung an der Universität und am Helmholtz-Institut für die Bereiche Energiespeicherung und Batterienentwicklung,

die praktische Anwendung über die Hauptakteure Car2go und Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm (SWU) sowie

die berufliche Qualifizierung vor allem über das "Weiterbildungszentrum Brennstoffzelle" als elementarer Faktor für die Umsetzung dieser Technologien.

Wie weit diese Umsetzung tatsächlich schon fortgeschritten ist, zeigt ein Zwischenbericht, der den Stadträten jetzt von der Arbeitsgruppe "Elektromobilität" vorgelegt worden ist. Sie ist von der Stadt eigens eingerichtet worden, um die einzelnen Aktivitäten zusammenführen und Synergieeffekte zu erzielen.

Eine zentrale Rolle spielen dabei die SWU. Sie bauen ein Netz von Stromtankstellen in und um Ulm herum auf und damit überhaupt erst die nötige Infrastruktur für E-Autos und E-Roller. Bis zum Jahresende sollen es 48 sein. Die Partner vom Car-Sharing-Projekt Car2go von Daimler nutzen dieses Netz mit ihren Elektroautos in der Flotte am stärksten (nämlich zu 80 Prozent) und treiben es weiter in die Breite. Vom Tankstellen-Ausbau gehe aber insgesamt eine große Sogwirkung für die Sache aus, sagen die SWU, das zeigten Nachfragen von Firmen nach neuen Standorten und Autohäusern zur aktuellen Situation.

Unterdessen beobachten die SWU den Markt für Hybridbusse. Derzeit schaffen sie noch keine solchen Fahrzeuge für ihren Stadtbus-Fuhrpark an - sie rechnen sich noch nicht. Neben der reinen Antriebstechnik halten die Fachleute dabei neue Leichtbaukonzepte für notwendig, um den Dauerbetrieb mit Batteriebussen leisten zu können. So wird mit dem Gewicht auch der Energieverbrauch gesenkt, was zu einer besseren Laufleistung führt. Im Übrigen gehört für die SWU auch die neue Straßenbahnlinie 2 zur Entwicklung der Elektromobilität in Ulm hinzu - als "vollelektrisches Verkehrssystem, welches heute bereits mit regenerativ erzeugter Energie betrieben wird".

Auch die Stadtverwaltung selbst macht bei der Offensive hin zur Elektromobilität mit. Sie setzt E-Bikes ("Pedelecs") ein, hat vier E-Autos geleast und testet weiter solche Fahrzeuge. Für Lastwagen im Vollbetrieb reicht die Batterieleistung noch nicht aus. In diesem Bereich verfolgen die städtischen Entsorgungsbetriebe die Marktentwicklung bei Müllfahrzeugen, wo - wie bei der Straßenbahn - mittlerweile auch mit der Rückführung von Bremsenergie gearbeitet wird.