Jubiläum Alt-Baubürgermeister Helmut Schaber wird 90

Alt-Bürgermeister Helmut Schaber veränderte mit seiner Handschrift im Stadtbild Ulms einiges zum Guten.
Alt-Bürgermeister Helmut Schaber veränderte mit seiner Handschrift im Stadtbild Ulms einiges zum Guten. © Foto: Roland Schütter
Ulm / Roland Schütter 03.09.2018
Alt-Baubürgermeister Helmut Schaber hat Ulm 16 Jahre lang deutlich geprägt. Heute wird er 90 Jahre alt.

Er ist ein Visionär, der stets wusste, wie sich Ulms Stadtbild verbessern ließ. Heute wird der frühere Baubürgermeister Helmut Schaber 90 Jahre alt. Der gelernte Architekt mit „Brocken und Kanten“, wie ihn einst sein Weggefährte OB Ernst Ludwig bezeichnete, ist auch ein dünnhäutiger Mensch, der in der Stadt mit seinem Amtsantritt 1975 eine flexible und aktive Wohnungsbaupolitik einführte.

Fasziniert von Walter Gropius

Zufrieden blickt er auf die legendäre Rettung des Gindele-Komplexes kurz vor dem Abriss zurück, den Ausbau der Stadtteile, die Stärkung Ulms als Handels- und Dienstleistungszentrum sowie die Umsetzung des Stadtqualitätsprogramms. Der wie seine Ehefrau Astrid in Reutlingen geborene Schaber wollte als Macher immer selbst gestalten. Zunächst zog es ihn nach Oberschule, Kriegsgefangenschaft und Kurzabitur nach Tübingen und Stuttgart zum Studium. 1956 eröffnete er sein Architekturbüro. Schaber war von Walter Gropius, dem Bauhaus-Gründer, fasziniert und wurde als Harvard-Stipendiat sein Schüler, als er dort noch Stadtplanung studierte. „Seinetwegen bin ich nach Ulm gekommen“, erzählt Schaber heute. Das persönliche Leitmotto während seiner 16jährigen Zeit als Baubürgermeister: „Ich wollte die Welt in meinem Verantwortungsbereich menschlich machen“. Das politische Handeln und Gestalten im Hauptberuf war ihm damals viel wichtiger als sein Büro mit 20 Beschäftigten und die ehrenamtliche Gemeinderatstätigkeit in Reutlingen, darum kam er 1975 in die Donaustadt.

Stets den Rücken frei gehalten

Doch Helmut Schaber hat noch andere Seiten. Dazu gehören die Freude am Angeln und der langjährige Vorsitz im Fischerverein sowie seine künstlerische Betätigung. Mehr als 200 Ölgemälde hat er so nebenbei in gut 50 Jahren geschaffen und in vier Ausstellungen sowie einem Katalog der Öffentlichkeit gezeigt. Der Jubilar ist der Überzeugung, dass Technik helfen und nicht im Leben herrschen darf. So befasste sich Schaber im Ruhestand noch mehr mit der Vernetzung der Wissenschaften, die ihn umtrieb. Daraus entstand ein Manuskript. Mit seinem Sohn, ebenfalls Architekt, will er dieses Werk in Kürze als Buch auf den Markt bringen. Ehefrau Astrid hat ihm dabei seit der Heirat 1967 stets den Rücken frei gehalten und auch unterstützt, als das Ehepaar einen italienischen Landsitz bei Verona erwarb, wo die Schabers heute noch einen gepflegten Valpolicella anbauen. Nun feiert Helmut Schaber seinen 90. Geburtstag in Wiblingen im Kreise seiner Familie mit zwei Kindern sowie zwei Enkeln.

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