Ulm/Neu-Ulm / HANS-ULI MAYER  Uhr
Die Direktorenstelle für das Donaubüro wird öffentlich ausgeschrieben. Das hat Bürgermeister Gunter Czisch bei der gemeinsamen Sitzung der Stadtparlamente Ulm und Neu-Ulm zugesagt.
Für die scheidende Direktorin des Donaubüros, Sabine Meigel, war die gemeinsame Sitzung der beiden Stadtparlamente am Montagnachmittag so eine Art Heimspiel. Das letzte Mal vor ihrem Wechsel nach Brüssel im Mai stattete sie ihren Bericht über die geleistete Arbeit ab – und erntete uneingeschränktes Lob aus allen Fraktionen. An 20 Projekten hat das Büro ihren Worten zufolge in den vergangenen vier Jahren mitgearbeitet, und dabei mit 50 verschiedenen Partnern kooperiert.

Wie sehr die Arbeit ihres Teams geschätzt wird, zeigte sich auch in einem Beschluss. Bei nur einer Gegenstimme (Erik Wischmann, FDP) wurde die Grundfinanzierung des Büros als Projektagentur dauerhaft um 75.000 Euro pro Jahr erhöht, und eine Einmalzahlung für 2015 von 30.000 Euro beschlossen. Meigel sagte, dass das Donaubüro eine wichtige Rolle im Rahmen der EU-Donauraumstrategie einnehme, und sich dabei auf die drei Themen Mobilität, Informationstechnik und Jugendbegegnungen spezialisiere. Meigel: „Die Projekte sind schon allein im Sinne der Völkerverständigung sehr wichtig.“

Um diese Arbeit insgesamt besser koordinieren und mit der des Donaubeauftragten abstimmen zu können, soll künftig – wie bereits kurz berichtet – ein Aufsichtsrat geschaffen werden, über dessen Zusammensatzung und detaillierte Aufgabenbeschreibung erst noch beraten werden muss. Bürgermeister Gunter Czisch zerstreute derweil die hauptsächlich von den Grünen vorgetragenen Bedenken, dass die strategische Ausrichtung der Donauaktivitäten künftig dann hinter verschlossenen Türen beraten werden soll. Czisch: „Das ist das Letzte, was wir wollen.“

In dem neuen Aufsichtsrat wird dann auch mit dem neuen Direktor des Donaubüros über einen von OB Ivo Gönner favorisierten Literaturpreis zu beraten sein. Die Abstimmung war am Montag nach kritischen Stimmen aus der CSU, und den Ulmer Fraktionen von FWG, FDP, SPD und Teilen der CDU vertagt worden. Festgezurrt sind derweil zwei Projekte für das finanziell deutlich besser gestellte Donaufest im Jahr 2016. Unter dem Titel „Treibgut“ entsteht ein Musiktheater von Alexander Balanescu in Kooperation mit dem Theater Ulm. „Under the Bridge“ heißt ein „transnationales Crossover-Projekt“ des Ulmers Udo Eberl – eine inszenierte Tanz- und Theaterperformance, wie es heißt.

Bereits für dieses Jahr hat der Donaubeauftragte der beiden Städte, Peter Langer, große Projekte angekündigt. Vom 19. bis zum 21. April wird es in Ulm eine Konferenz zu den Lebensbedingungen der unterdrückten Roma in Europa geben. Etwa sieben Millionen Menschen würden unter „erbärmlichen Umständen“ leben, sagte Langer. Ziel der Konferenz sei es, deren Situation zu verbessern.

Ende Oktober wird dann der gesamte Donauraum in Ulm zu Gast sein. Am 29. und 30. Oktober wird das vierte Jahrestreffen aller Donauländer in Ulm stattfinden, auf dem der Fortschritt der EU-Strategie diskutiert wird. An dem Wochenende soll auch der Donau-Städtebund offiziell gegründet werden.