Bahn Vorbereitungen für Bau der ICE-Neubaustrecke: Bahn sucht nach Bomben

Noch sind die Hinweisschilder verhüllt. Im Fall eines Bombenfunds sollen sie den Verkehr umleiten. Foto: Oliver Schulz
Noch sind die Hinweisschilder verhüllt. Im Fall eines Bombenfunds sollen sie den Verkehr umleiten. Foto: Oliver Schulz
CHRISTOPH MAYER 04.01.2014
Liegen nördlich des Hauptbahnhofs Weltkriegsbomben im Boden? Die Bahn lässt das Gebiet ab 7. Januar untersuchen. Das dauert etwa drei Monate.

Jetzt wird es ernst mit dem Bau der ICE-Neubaustrecke von Ulm nach Wendlingen. In Vorbereitung für die Baumaßnahmen lässt die Deutsche Bahn von Dienstag an das Terrain unterhalb der Kienlesberg-Straße am Michelsberg auf Blindgänger absuchen. Weil der Ulmer Hauptbahnhof und das Bahnhofsumfeld im Zweiten Weltkrieg besonders stark bombardiert wurden, sind solche Sondierungen bei allen Bauarbeiten vorgeschrieben.

Bei den ersten Untersuchungen, die die Bahn selbst durchgeführt hatte, sei zwar nichts gefunden worden, teilt die Stadt mit. Es sei allerdings an mehreren Stellen Metall im Untergrund geortet worden. Deshalb ist jetzt eine Spezialfirma damit beauftragt worden, in Absprache mit dem Kampfmittelbeseitigungsdienst des Landes die verdächtigen Stellen unter die Lupe zu nehmen: Liegen dort tatsächlich alte Bomben, oder handelt es sich lediglich um Metallschrott?

Die Arbeiten beginnen am 7. Januar und dauern voraussichtlich drei Monate. Sollte ein Blindgänger gefunden werden, muss es unter Umständen schnell gehen und der Zünder umgehend entschärft werden. Auch für diesen Fall sei vorgesorgt, teilt die Stadtverwaltung mit. Gemeinsam mit Bahn und Polizei habe man Evakuierungspläne erarbeitet. Um bei einem Fund schnell reagieren zu können, sind seit wenigen Tagen an allen Straßen, die das mögliche Evakuierungsgebiet kreuzen, vorsorglich Hinweisschilder aufgestellt. Sie sollen den Verkehr umleiten. Solange sie nicht gebraucht werden, sind die Schilder abgedeckt.

In den vergangenen Jahren gab es bei Bauarbeiten in Ulm und Neu-Ulm immer wieder Bombenfunde. Im Juli waren auf der Baustelle der Glacis-Galerie Reste eines Blindgängers entdeckt worden. In Ulm explodierte 2009 ein Blindgänger bei Bohrungen für den Bau des neuen Bahnhofstegs. Dabei wurde ein Arbeiter verletzt, der Bau verzögerte sich um mehrere Monate.