Söflingen Vorbei mit der Stadtgewalt - Narrenbaum in Söflingen steht

Stärke allein ist es nicht, die die Männer brauchen beim Narrenbaumaufstellen. Sie müssen auch korrekt die "Schwalben" (zusammengebundene Stangen) umsetzen. Hier sieht man gut die bemalten Tafeln der Kindergärten.
Stärke allein ist es nicht, die die Männer brauchen beim Narrenbaumaufstellen. Sie müssen auch korrekt die "Schwalben" (zusammengebundene Stangen) umsetzen. Hier sieht man gut die bemalten Tafeln der Kindergärten. © Foto: Lars Schwerdtfeger
Söflingen / CAROLIN STÜWE 12.02.2015
Der Narrenbaum in Söflingen ist ein ganz besonderer: Daran hängen nicht etwa nur Tafeln der Narrenzunft, sondern auch von Kindergärten. Und: Vor dem Aufstellen gab es eine Spende an die Aktion 100 000.

Angefeuert durch "Hauruck"-Rufe des Publikums und der vielen Gast-Hexen haben die Sevelinger Bauza der Narrenzunft Ulm wieder ihren Narrenbaum auf dem Söflinger Gemeindeplatz aufgestellt. Dies passiert nur alle zwei Jahre, immer im Wechsel mit der nachgespielten Sage des Gauga-Ma's, der nächstes Jahr wieder mit seinem geschuppten Häs aus der kalten Blau steigt. Er ist wie der Sevelinger Bauza, der mit Rettichen am Gürtel an den herzensguten Söflinger Tagelöhner erinnert, eine Maskengruppe der Ulmer Narrenzunft.

Nachdem der Narrenbaum gestern Abend mittels vereinter Muskelstärke in sein Bodenloch gerutscht war, war es "vorbei mit der Stadtgewalt", kommentierte Zunftmeister Gerhard Wies. Außerdem wurde der durchaus schon akrobatische Brauchtumstanz der Sevelinger Bauza gezeigt, die Karbatschenschläger ließen ihre kunstvoll aus Hanf geflochtenen langen Fuhrmannspeitschen knallen und das Fanfarenkorps Ulm/Neu-Ulm spielte auf.

Übrigens hängen an dem Söflinger Narrenbaum nur im unteren Bereich zwei der üblichen Zunfttafeln. Darüber sieht man dann sechs selbst gemalte Tafeln von Söflinger Kindergärten. Die Idee, "die Gemeinde miteinzubeziehen", hatte vor Jahren Elke Biek-Barwan, Erzieherin im TSG-Sportkindergarten. Diese Einrichtung stellt sich auf der Tafel "bärenstark" mit einem Teddy dar. Der Kindergarten Mariengarten malte das Symbol zweier Kinder, die sich an den Händen fassen.

Vor Jahren hatte es noch einen extra Kinder-Narrenbaum gegeben, erzählte Bernd Haas, der Zunftrat für die Öffentlichkeitsarbeit. Und es gab einen extra Umzug in Söflingen. "Das haben wir inzwischen alles nach Ulm verlagert, um es größer aufziehen zu können."

Und so wurde beim gut besuchten Narrensprung durch die Ulmer Innenstadt dieses Jahr zum ersten Mal ein Teil des Erlöses der Umzugsplaketten an die Aktion 100 000 und Ulmer helft gespendet (siehe Infokasten). Auf dem Söflinger Gemeindeplatz übergab Zunftmeister "Gegge" Wies den symbolischen 2015-Euro-Scheck an Aktionsleiter Karl Bacherle. Dieser freute sich mit den Worten: "Narren und Fasnet und das auch noch für einen guten Zweck - Hut ab, obwohl ich keinen aufhabe."

Wobei die Narrenzunft Ulm schon seit Jahren die Erlöse ihrer Theateraufführungen, die stets im November stattfinden, an wohltätige Einrichtungen spendet.

Für einen guten Zweck

Spende Die Narrenzunft Ulm hat an die Aktion 100 000 und Ulmer helft 2015 Euro gespendet. Um auf die Jahreszahl zu kommen, wurde "großzügig aufgerundet", sagt Pressesprecher Bernd Haas. Der Löwenanteil besteht jedoch aus zehn Prozent des Erlöses der Eintrittsplaketten, die am 25. Januar beim Narrensprung in Ulm verkauft worden waren. Dies waren mehr als 6000 Plaketten gewesen.

 

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