Natur Jagd- und Fischereimesse in Ulm eröffnet

Eine von rund 30 Hunderassen auf der Messe ist der kleine Münsterländer Vorstehhund. Man kann sich über die Hunde und ihre Eigenschaften informieren, sie aber nicht gleich kaufen.
Eine von rund 30 Hunderassen auf der Messe ist der kleine Münsterländer Vorstehhund. Man kann sich über die Hunde und ihre Eigenschaften informieren, sie aber nicht gleich kaufen. © Foto: Matthias Kessler
Ulm / Frank König und Lilly Hörner 10.02.2018
Bei der Jagd- und Fischereimesse 2018 steht das aktuelle Thema Wildschweine, aber auch die Hundezucht im Mittelpunkt.

Zur Eröffnung der 19. Jagd- und Fischerei-Messe in Ulm stand am Freitag das aktuelle Thema afrikanische Schweinepest im Zentrum. Landesjägermeister Jörg Friedmann forderte mit Blick auf die politisch gewünschte, präventive Jagd auf Wildschweine eine Aufhebung von Schutzgebieten und der 300-Meter-Zone um Futtertröge.

Er stellte gleichzeitig die Frage, ob bei der verstärkten Jagd auf Wildschweine die bisher nicht erlaubten Nachtsicht-Optiken sinnvoll seien, weil sie eine „zusätzliche Beunruhigung aller Waldtiere“ auslösen könnten. Außerdem dürften sich die Jäger nicht zu Dienstleistern der Behörden degradieren lassen. Die Jagd sei vorrangig „Berufung und Handwerk“. Friedmanns bayerischer Kollege Jürgen Vocke kritisierte auch, dass Schwarzwild zunehmen in Fanggattern erschossen werde: „Das hat mit Jagd nichts mehr zu tun.“ Er zeigte sich außerdem besorgt wegen des „dramatischen Einbruchs“ bei kleineren Tierarten und Insekten.

Wölfe tauchen vermehrt auf

In Baden-Württemberg sieht Fried­mann einwandernde Wölfe als weiteres Diskussionsthema. Derzeit gebe es sechs Wölfe im Land. Die Tiere tauchten in Norddeutschland sogar in Innenstädten auf und seien in der Nähe von Kindergärten gesichtet worden. Daher dürfe den Wölfen kein Sonderstatus mehr zugestanden werden. Es gehe aber um „Koexistenz, nicht um Ausrottung“. In diesem Kontext müsse man auch über Biber sprechen, sagte Friedmann, und wies auf die Baumschäden in der Friedrichsau hin. Das gleiche gelte für Kormorane, die den Fischbestand reduzierten.

Seitens des Rathauses betonte Finanzbürgermeister Martin Bendel die Bedeutung von Jägern und Fischern für die Bewahrung der Lebensräume und Artenvielfalt. Die noch bis Sonntag laufende Messe in den Ulmer Ausstellungshallen nannte Bendel einen „wichtigen Anziehungspunkt für die Branche“. Die Jagd- und Fischereimesse läuft 2018 zum zweiten Mal unter Regie von Peter Kinold, der die Ulmer Ausstellungsgesellschaft (UAG) übernommen hat. Kinold will die Messe weiter verbessern und den Termin in Abstimmung mit den Ausstellern eventuell auf Herbst verlegen. Einige Teilnehmer zeigten sich auch unglücklich, weil die Messe diesmal über Fasching läuft. Jürgen Breitenfeld, der mit „Breitis Anglertreff“ aus Gunzenhausen in Halle 1 vertreten ist, vermisst auch den Messetag Donnerstag: zwar mit weniger, aber dafür ausgesprochen zahlungskräftigen Messebesuchern.

Zu den Attraktionen in der Halle gehören auch ein 15-Meter-Pool für Demos zum Fliegenfischen und ein litfaßsäulen-ähnliches Aquarium des Fischereivereins Ulm/Neu-Ulm. Bei einem großen Diorama in Halle 6 stehen wiederum Wildschweine im Mittelpunkt, mit zahlreichen präparierten Tieren. Sehr lebendig dagegen die Jagdhunde, die an über 30 Ständen mit ihren speziellen Eigenschaften präsentiert werden. Zu den Klängen der Jagd­bläser jaulten sie schonmal kräftig mit. Die Bandbreite reicht vom Teckel und der westfälischen Dachsbracke über den Beagle bis zu Pudelpointer, Weimarer und einem klassischen Jagdhund wie das Deutsche Stichelhaar.

Buntschillernde Hechtköder

In der Dioramen-Landschaft präsentierte auch Jürgen Schuster aus Göppingen seinen Jagdfalken, der auf Rabenkrähen abgerichtet ist. Die Vögel sehen so gut, dass sie auf 300 Meter eine Zeitung lesen könnten, und tragen zur Beruhigung eine Kopfhaube. Auch der Uhu Jule ist dabei. Es gibt Zubehör in allen Varianten – wie buntschillendere Hecht-Köder, Wildlockmittel, Restlichtverstärker, Hochsitze und dafür gleich die Deerhunter-Thermohose. Bei Schwarzwald-Pelzen geht es um Fuchsfelle, demnach aus nachhaltiger Jagd. Verschiedene Waffen präsentiert das Müller-Schießzentrum, an dem erneut ein Schießwettbewerb ausgetragen wird. In Halle 3 läuft überdies der erste Messecup für Bogenschützen in mehreren Disziplinen. Auch hierzu gibt es zahlreiches Zubehör, beispielsweise von Wiley Bow in Holzschwang. In Halle 5 kann man selbst schießen: mit Bogen, Luft- oder Lichtgewehr.

Ausstellung dauert noch bis Sonntag

Messe Die baden-württembergische Jagd- und Fischereimesse dauert bis Sonntag, 11. Februar. Veranstalter Peter Kinold erwartet während der drei Messetage 35.000 Besucher. Es gibt 224 kommerzielle Aussteller, mit Verbänden und Organisationen sind es 250. Die Messe ist Samstag und Sonntag von 9.30 bis 18 Uhr geöffnet.