Benefiz-Highlight Erfolgreiche Benefiz-Versteigerung von Aktion 100 000 und Ulmer helft

Alles andere als eine sturmfreie Bude: Vor  allem bei schmackhaften Angeboten wie  Joghurt kannte das Publikum im Kornhaus  kein Halten mehr.
Alles andere als eine sturmfreie Bude: Vor allem bei schmackhaften Angeboten wie Joghurt kannte das Publikum im Kornhaus kein Halten mehr. © Foto: Oliver Schulz
Ulm / Birgit Eberle 04.12.2017
Die Auktion im Kornhaus ist das Benefiz-Highlight. Am Samstag versteigerte Susanne Rothfuß-Wamsler neun Stunden lang alles, was ihr unter den Hammer kam. Stolze 71.544 Euro kamen zusammen.

Soviel Spott hat die Stehlampe mit dem Holzfuß und den vielen Troddeln am Schirm auch wieder nicht verdient. „Bei der könnt’ i wetta, die hab’ i scho mal versteigert. Also nächstes Jahr will ich die nicht mehr sehen. Die behaltat Se gefälligst“, moderiert Auktionatorin Susanne Rothfuß-Wamsler das Leuchtobjekt für 5 Euro plus Essensgutschein an. Um dem neuen Besitzer später hinterherzuhöhnen: „Die passt zu Ihnen, da gehört Mut dazu.“  Applaus.

Spritzige Einwürfe, ein witzig-wilder Waren-Mix und ein gut aufgelegtes Publikum: Das ist seit Jahren das Erfolgsrezept der familiären Benefiz-Auktion im Kornhaus. Viele Besucher gehören zum Stammpublikum und haben, teils mit Vespertasche ausgerüstet, „ihre“ Plätze eingenommen. Dabei wäre Proviant gar nicht nötig, denn im Erdgeschoss gibt es die traditionelle Gulaschsuppe, gespendet vom Finninger Landgasthof Hirsch. Der Holzheimer Hartmut Tomm löffelt sie fast andächtig-bedächtig. Seine Frau Heide verrät: „Mein Mann kommt wegen der Gulaschsuppe her, und ich wegen der Versteigerung.“


Stolz, happy und extra-schlau

Im ersten Stock wird gerade alles verklopft, was Räder hat. Ein E-Mountainbike, Kinderfahrräder, Rollatoren – und ein Oldtimer-Korbkinderwagen samt Mini-Ausführung für Puppen. Die Ulmerin Silvia Arzt (53) kann ihr Glück kaum fassen. „Endlich! Ich habe so lange nach einem Korbkinderwagen gesucht wie den, in dem ich damals gelegen bin“, freut sie sich. Auch Lukas Mayer (7) strahlt. Der junge Bellenberger hält stolz seinen neuen Mobilkran im Arm. Sarah Kruse aus Merklingen dagegen ist happy über ihr altes Marner-Walk-Straßenschild. Und extra-schlau macht’s Tim Keller aus Rottenacker: Er ersteigert für sein Bier kurzerhand einen Bartisch.

Richtig zäh verläuft die Versteigerung eines Crosstrainers, was die Auktionatorin vermuten lässt, dass das Publikum wenig Freude an der Bewegung hat. Doch sie wird eines Besseren belehrt: 1 Liter-Eimer mit Joghurt können das Publikum zum Rasen bringen! Menschen, denen man es niemals zutrauen würde, rennen nach vorne wie von 0 auf 100. Und das ohne Formel 1-Reifen, der wie Schmuck, Mini-Laubbläser, gebrauchte Schmalzhäfen, ein Steiff-Rauhhaardackel und viel Verrücktes mehr zu haben ist.

Je später der Abend, desto höher die Warenstapel neben den Stühlen. Nach neun Stunden und zehn Minuten sind 71.544 Euro in der Kasse. Fast 10.000 Euro mehr als im vergangenen Jahr.

Die Online-Auktion startet am Dienstag, 12. Dezember. Mehr dazu
auf der Aktions-Seite am
12. Dezember und im Internet unter www.aktion100000.de

Der Renault Twingo ist jetzt Lara Pilgers „Schneeflocke“

Großes Vergnügen Etwa 20 Minuten nach 20 Uhr war es soweit: Der neue Renault Twingo, gestiftet vom Autohaus Wuchenauer, wurde aufgerufen. Das Bieterduell zwischen einem älteren Herrn und Lara Pilger (24) ließ Susanne Rothfuß-Wamsler zur Hochform auflaufen: „Ach, Sie hörat sonst doch auch ned auf Ihre Frau“, provozierte sie den Mann. Ein Asselfinger Witzbold spendierte zehn Euro, damit die Summe weiter nach oben ging. Und die Weißenhornerin, bereits Twingo-Fahrerin, kam zum Zug: Sie ersteigerte den Wagen für 10.000 Euro, Allwetterreifen, Kundendienst, Steiff-Teddy-Beifahrer und Flasche Sekt inklusive. „Mein alter Twingo hieß Windstürmer. Der neue ist jetzt meine Schneeflocke“, freute sich die Erzieherin.

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