Sucht jemand einen Cadillac Fleetwood Eldorado Convertible? Kein Problem. In den Ausstellungshallen des Ulmer Messegeländes steht heute mindestens noch einer. Für 21 900 Euro ist die knapp sechs Meter lange, Ende der 1950er Jahre vom Band gelaufene Karosse zu erwerben. Der Bentley Arnage Red Label wenige Meter weiter ist mit 36 500 Euro schon etwas teurer. Aber vielleicht lassen die Händler ja mit sich reden.

Aus allen Teilen Deutschlands, aus Polen, Tschechien, Österreich, Frankreich und der Schweiz sind hunderte wieder angereist, um bei der 35. Technorama dabei zu sein. Mit 25 000 Besuchern, die es aus diesem Anlass Jahr für Jahr nach Ulm zieht, hat sich der Oldtimer- und Oldtimer-Teilemarkt nach dem Mannheimer zum zweitgrößten in Deutschland und drittgrößten in Europa entwickelt. Selbst aus Schwarzafrika sind Händler eingeflogen. Kenianer sind schon einige Jahre präsent. Aber die Leute aus Nigeria haben diesmal Premiere.

„20 Prozent der Besucher, die sich hier umschauen, verfügen über genug Geld, um einen Oldtimer mitzunehmen“, versichert ein Anbieter aus München. „Man muss sie nur dazu bewegen.“ Im vergangenen Jahr habe er zwei Autos direkt am Stand verkauft. Zwei weitere unmittelbar danach. An Käufer, die sich bereits während der Technorama brennend dafür interessiert hatten.

Der Großteil der 25 000 (vielen) Männer und (vergleichsweise wenigen) Frauen, die gestern und heute das gesamte Ausstellungsgelände bis direkt an den Ausee bevölkern, sucht aber gezielt nach preiswerten Ersatzteilen. Nach Ansaugkrümmern, Vergasern oder Lichtmaschinen, um defekte Teile an ihren zu Hause stehenden Oldtimern auszutauschen. Fündiggewordene schieben sich mit verchromten Kühlergrillen durch die Menschenmengen, mit schweren Kurbelwellen oder uralten, doch originalen Auspuffanlagen samt Schalldämpfern. „Selbstverständlich kann man so etwas auch übers Internet bestellen“, bekennt Jan Michalski, der eigens für diese Suche aus Bottrop im Ruhrgebiet angereist ist. „Im Netz aber wimmelt es nur so von Betrügern.“

Nicht alles auf der seit 2005 vom Neu-Ulmer Jens Güttinger organisierten Technorama steht zum Verkauf. In Halle 7 beispielsweise sind Dutzende Oldtimer nur zum Anschauen ausgestellt: Automobile, Schlepper und Traktoren. Im Messefoyer präsentiert die Neu-Ulmer Firma Stein einen Teil ihrer Oldtimer, die sie an Kunden vermietet. Angefangen vom dunkelroten, 13,6 PS starken Gogomobil aus dem Jahr 1964 bis zum Checker Taxi von 1969 mit 225 PS, das jahrzehntelang als „Yellow Cab“ durch New York rollte.

Die Technorama Ulm ist heute, Sonntag, noch von 9 bis 16 Uhr geöffnet. Weitere Informationen unter www.technorama.de .