Ulm/Neu-Ulm Vom Pfleger zum Gesundheitsökonom

Dr. Jürgen Heinz ist neuer Geschäfts- führer der Lebenshilfe. Foto: Lebenshilfe
Dr. Jürgen Heinz ist neuer Geschäfts- führer der Lebenshilfe. Foto: Lebenshilfe
EDWIN RUSCHITZKA 15.02.2013
Ein promovierter Gesundheitsökonom führt jetzt die Geschäfte der Lebenshilfe Donau/Iller. Dr. Jürgen Heinz (42) hat sich viel vorgenommen.

Er ist der vierte Geschäftsführer der Lebenshilfe Donau/Iller nach dem altersbedingten Ausscheiden von Siegfried Schwarz im Jahr 2005. Seit 1. Februar führt Dr. Jürgen Heinz die Geschäfte der Lebenshilfe. Und alle hoffen, dass Heinz den 2500 Menschen mit Behinderung und den 1000 Mitarbeitern länger als Chef erhalten bleibt, als all seine Vorgänger.

Schenkt man seinen Worten Glauben, so stehen die Chancen dafür gar nicht mal so schlecht. Heinz hat sich, wie er bekundet, die nach einem Geschäftsführer suchende Lebenshilfe ganz gezielt ausgesucht. Der Familienvater (zwei schulpflichtige Kinder) war zuvor Leiter der Klinik in Öschelbronn bei Pforzheim, einem Zentrum für integrative Medizin und Krebstherapie. Mit 42 Jahren habe er etwas Neues wagen wollen, deshalb der Wechsel nach Ulm.

Heinz ist ausgebildeter Krankenpfleger mit mehrjähriger Berufserfahrung in verschiedenen Einrichtungen im Raum Bamberg, wo der gebürtige Stuttgarter aufgewachsen ist. Sein soziales Jahr hat er übrigens in einer Lebenshilfe-Einrichtung in Würzburg absolviert. Das Abitur machte er neben seine Pflegediensten. Nach dieser "Ochsentour" studierte er Betriebswirtschaftslehre mit dem Schwerpunkt Gesundheitsökonomie. Im vergangenen Jahr promovierte Heinz.

Mit seiner Ausbildung zum Gesundheitsökonom sieht sich Heinz gut gerüstet für die Führung der Lebenshilfe. Er will die Behinderteneinrichtung strategischer ausrichten gerade im Hinblick auf den demografischen Wandel. Auch behinderte Menschen würden immer älter. Heinz will ausloten, welche Angebote es für sie gibt. Er will die Lebenshilfe zum verlässlichen Partner für die Kostenträger und die Politik machen. Vor allem aber will er den vielen Mitarbeitern ein guter Chef sein. "Ich bin begeistert, wie motiviert die Belegschaft ist", sagte er gestern im Pressegespräch. Das sei sein erster Eindruck nach den ersten acht Tagen gewesen. Diese Motivation will er stützen und ausbauen, "denn wer motiviert ist, braucht keinen Geschäftsführer".

Heinz ist Motorradfahrer, er praktiziert Yoga - und er ist Amateurboxer. Mit diesen Hobbys hält er sich geistig und körperlich fit. Dass er sich seinen Vize Hans-Peter Fritzke bald als Sparringspartner aussucht, ist eher nicht zu vermuten. Fritzke, der 1998 bei der Lebenshilfe als Assistent der Geschäftsführung angefangen hat und seit vergangenem Jahr Stellvertreter des Geschäftsführers ist, will dem Tischtennis treu bleiben. Er hofft, dass Heinz länger bei der Lebenshilfe bleibt: "Diese ständigen Wechsel haben die Zusammenarbeit sicher gestört."