Es läuft gut bei der Ulmer Volkshochschule (vh) – das geht aus dem aktuellen Jahresabschluss der Bildungseinrichtung hervor, die Christoph Hantel im Gemeinderat vorstellte. Er hat vor einem halben Jahr die vh-Leitung von Dagmar Engels übernommen. Die Teilnehmer- und Kurszahlen steigen; die Finanzen sind geordnet; der Jahresetat von rund sechs Millionen Euro ist ausgeglichen.

Allerdings gibt es einen Bereich, der die gute Bilanz verhagelt: das wachsende Defizit der Jugendkunstschule Kontiki, die zur vh gehört. Das Minus betrug knapp 42.000 Euro im Jahr 2018, ein Jahr zuvor waren es knapp 40.000 Euro gewesen, 2016 rund 25.000 Euro. Das Defizit konnte zwar aus den vh-Rücklagen beglichen werden, aber die schmolzen dadurch empfindlich.

Hauptursache des Defizits ist laut Hantel die wachsende Zahl von Kursen, die Kontiki im Bereich der Schul-AGs und Ganztagsbetreuung anbietet – die aber „finanziell weniger ertragreich sind als Regelkurse“. „Wir schauen uns gerade an, wie wir Kontiki wirtschaftlicher machen können“, berichtete der vh-Leiter. Deshalb würden Prozesse und interne Organisationsabläufe unter die Lupe genommen.

Reißleine ziehen oder nicht?

Ob das auch bedeuten könne, dass Kontiki unter Umständen die Reißleine ziehen werde, wollte Erik Wischmann (FDP) von Hantel wissen. Die Möglichkeit eines Aufhörens kommt aber für die anderen Stadträte nicht in Betracht. „Da wird gute und wichtige Arbeit geleistet“, sagte Eva-Maria Glathe-Braun (Linke). Und Sigrid Räkel-Rehner (Grüne) regte eine andere Lösung an: „Eventuell muss die Stadt die Zuschüsse erhöhen.“ Fraktionskollege Richard Böker ergänzte: „Man muss schauen, was eine gut funktionierende Ganztagsschule braucht und was sie selbst leisten kann.“

Laut Hantel gibt es noch keine konkreten Maßnahmen: „Wir betrachten jetzt erst mal die Binnen-Organisation und schauen, wie wir aufgestellt sind und wie wir aufgestellt sein wollen.“ Und es gelte zu überlegen, wie der Auftrag zu Schul- und Kita-Partnerschaften auszugestalten sei.

Die zweite aktuelle „Baustelle“ der vh ist das Thema Digitalisierung. Die Arbeiten an der neuen Homepage laufen und sie betreffen auch das gesamte Organisationssystem des Hauses: „Wir müssen erreichen, dass die Menschen zwischen 20 und 40, die uns digital besuchen, auch ein Echo von uns bekommen“, sagte Hantel.