Neu-Ulm Volksbanken auf der Überholspur

Neu-Ulm / FRANK KÖNIG 15.02.2013
In den Volks- und Raiffeisenbanken wächst das Selbstbewusstsein. Kredite und Einlagen nehmen in Neu-Ulm weiter zu. Die Gruppe liegt vor der Sparkasse.

Die Volks- und Raiffeisenbanken in der Region Neu-Ulm sehen sich auf der Überholspur. Sie sind mit der 2012 erneut um etwa drei Prozent gestiegenen Bilanzsumme von fast 2,6 Milliarden Euro an der Sparkasse vorbeigezogen. Werner Deubel und Alois Spiegler vom Kreisverband führen die gute Entwicklung auch darauf zurück, dass die Genossenschaftsbanken die Finanzkrise am besten bewältigt haben. Die Liquidität der fünf Banken im Kreisverband sei weiter hervorragend. Alle vertretbaren Kredite würden vergeben, stets mit einem langfristigen und nachhaltigen Interesse an der Kundenverbindung.

Das Kreditvolumen legte um fast acht Prozent zu, mit Wohnbaudarlehen und gewerblichen Krediten. Die größeren Banken gehen bei Firmenkrediten bis zur Höchstgrenze von drei bis fünf Millionen Euro. "Das ist gesund", sagte Spiegler. Deubel versicherte, die Risikolage sei problemlos. Das Betriebsergebnis von 1,2 Prozent der Bilanzsumme dient auch den Rücklagen.

Mit Sorge blicken die Banken allerdings auf die lange Niedrigzinsphase, die ihre Zinsmargen schmälert. Bei allen Instituten laufen Sparprojekte, um das Betriebsergebnis in etwa zu halten. Weil hochverzinsliche Anlagen und Kredite aber auslaufen, werden die Einnahmen der Banken in fünf Jahren so weit zurückgehen, dass sie bestenfalls ein ausgeglichenes Ergebnis erzielen. In den Folgejahren müssten dann Rücklagen aufgelöst werden, erläuterten die Bankiers. Das sei aber vorübergehend unbedenklich.

Die Genossenschaftsbanken gelten nach der Krise auch verstärkt als sicherer Hafen für Anlagegelder. Das Wachstum der Einlagen war mit mehr als zwei Prozent auch deshalb erfreulich, weil viel Liquidität in private Hausbauvorhaben und gewerbliche Investitionen fließt.