Radio 7 hat nun wieder einen Geschäftsführer. "Ich habe vor, länger zu bleiben", sagte Schwarzenberg in einem Gespräch mit unserer Zeitung. "Aber entscheidend dafür ist der Erfolg, genau wie im Fußball." Die Anfrage, ob er die Geschäftsleitung des Privatsenders übernehmen wolle, sei für ihn zum richtigen Zeitpunkt gekommen. "Ich bin mit 47 nicht mehr der Jüngste, aber auch noch nicht so alt. Im Kopf wahrscheinlich noch jünger als im Personalausweis."

Wie kommt ein gebürtiger Ostfriese zu einem schwäbischen Radiosender? "Man hat mich gefragt, ob ich diese Tätigkeit machen möchte." Und Schwarzenberg hat ja gesagt. "Radio 7 ist einer von zwei Sendern in ganz Deutschland, die noch so gebaut sind, dass ich mein Wissen aus knapp 25 Jahren Radio einsetzen kann." Der andere ist Antenne 1 in Stuttgart. Der Knackpunkt sei, dass bei Radio 7 die Vermarktung noch innerhalb des Senders angesiedelt ist. "Alle anderen Sender mit einer ähnlichen oder größeren Dimension haben die Vermarktung abgetreten." Für Schwarzenberg ist es wichtig, dass er als Geschäftsführer ein Gesamtpaket unter sich hat und Strategien für Programm und Marketing entwickeln kann. Gerade in der heutigen Zeit, in der "die Forderungen über den Werbespot und das Wettersponsoring hinausgehen", sei das wichtig.

Schwarzenberg übernimmt die Geschäftsführung des Radiosenders in einer Zeit des Wandels. Neben dem UKW-Kanal kommen immer mehr digitale Kanäle, wie zuletzt Digital-Radio über DAB+-Empfänger, hinzu. Hier gelte es abzuwägen. "Welches Nutzungsverhalten ist ein dringliches und welcher Trend verpufft wieder?" Diese Fragen gelte es zu klären. So könne in Zukunft eventuell über ein Produkt nachgedacht werden, dass beim bisherigen Radio-Feind Spotify angesiedelt ist. Was für konkrete Neuerungen es unter ihm geben wird, kann er aber noch nicht sagen. "Ich bin erst seit zwei Monaten im Haus, dafür bin ich noch zu frisch."

Aber in einem Punkt sei er sich mit den Gesellschaftern, Neue Pressegesellschaft, der Verlag der SÜDWEST PRESSE, Schwäbisch Media und Schwarzwälder Bote, einig. "Wir wollen das mit dem bestehenden Personal machen; ich denke, da ist genügend Luft und Leidenschaft dabei." Viele der rund 70 Festangestellten und 20 Freien Mitarbeiter seien bereits jahre- wenn nicht jahrzehntelang beim Sender. "Wichtig ist für mich, dass wir, wenn wir auf eine Reise gehen, sie mitnehmen."

An den Regionalstudios in Ravensburg, Aalen und Tuttlingen will der neue Geschäftsführer auch in Zukunft festhalten. "Es ist wirklich wichtig, vor Ort Präsenz zu zeigen." Für den Hauptstandort hat der Wahl-Baden-Württemberger nur Positives übrig: "Ulm hat die wunderbare Größe, stark genug zu sein, um selbstbewusst zu sein und sich nicht von Stuttgart oder München beeinflussen lassen zu müssen."

Für die Zukunft auch in der digitalen Welt sieht Schwarzenberg den Sender gut gerüstet. "Radio 7 hat seine Hausaufgaben gemacht." Es sei keine Selbstverständlichkeit im deutschen Privatradio, dass ein Sender einen Stellenwert in Wirtschaft, Politik und bei den Hörern habe. Deshalb müsse der Sender auch unbedingt an den journalistischen Grundsätzen festhalten. "Das ist das, was uns wirklich auszeichnet."

Unser Gesprächspartner

Zur Person Volker Schwarzenberg ist gelernter Kaufmann und Kommunikationswirt. 1992 machte Schwarzenberg seine ersten Erfahrungen bei Radio Essen als Werbezeitenverkäufer. Weitere Stationen seiner beruflichen Laufbahn waren der Potsdamer Sender BB Radio, wo er unter anderem Marketingleiter war, und Radio Energy in Leipzig. Zudem arbeitete der heute 47-Jährige in einer Agentur und einer Vermarktungsgesellschaft. Der Familienvater stammt aus dem ostfriesischen Aurich und hat einen Sohn.