Vokalensemble bringt Nordlichter zum Leuchten

BURKHARD SCHÄFER 13.02.2012

In diesem eisigen Winter erstrahlen sie aufgrund der starken Sonnenstürme besonders intensiv: Nordlichter zählen zu den erhabensten Naturerscheinungen am Polarhimmel. Einen Abglanz ihrer Schönheit zauberte das Junge Vokalensemble Ulm am Samstag in die frostige Martin-Luther-Kirche. "Northern Lights" lautete das Motto, unter dem die 15 Sängerinnen und Sänger des Ensembles mit ihrem musikalischen Leiter Stefan Glasbrenner vor allem Gegenwartskomponisten aus Ländern Skandinaviens und dem Baltikum präsentierten.

"Be Not Afraid" - Fürchte dich nicht - erklang es tröstend von der Empore. Das Lied des mittlerweile 96-jährigen norwegischen Komponisten Knut Nystedt nach Jesaja 41 und 43 bildete den Anfang des berührenden und klug zusammengestellten Konzertabends. Nach dieser feierlichen Eröffnung kamen die Musiker von der Empore herab und intonierten "Da pacem, Domine" - Gib uns Frieden, Herr - des wohl berühmtesten estnischen Komponisten Arvo Pärt. Mit "I Himmelen" - Im Himmelreich - von Edward Grieg war dann der einzige Komponist des 19. Jahrhunderts zu hören.

Die "Ode to Light" des blinden Komponisten Leif Martinussen und das titelgebende "Northern Lights" von Ola Gjeilo entfalteten sich als zwei programmatische Licht-Gesänge. Großartig, wie das Junge Vokalensemble die vielen rhythmisch-harmonischen Facetten des Wortes "Light" in Martinussens Werk zum Leuchten brachte. Nach "Cantus Gloriosus" von Józef Swider und Jan Sanderströms feierlich-getragenem "Sanctus" folgte dann mit dem tonmalerischen Mini-Drama "O sacrum convivium" - O heiliges Gastmahl - von Fredrik Sixten und einem eklektizistischen "Benedicto" des Esten Urmas Sisask der Höhepunkt und Abschluss dieses wunderbaren Konzertabends.

Das Junge Vokalensemble Ulm hat in den Herzen der Zuhörer ein Licht entzündet und sie eine beglückende Stunde lang den Frost vergessen lassen.

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