Ausstellung Vitale Malerei: Endy Hupperich bei Tobias Schrade

Endy Hupperichs „Frühlingsspiele“.
Endy Hupperichs „Frühlingsspiele“. © Foto: Otfried Käppeler
Ulm / Otfried Käppeler 16.10.2017
In München studierte er, in Mexiko lebt er – das findet auch Niederschlag in Hupperichs Bildern.

Plakativ wirken die Bilder von Endy Hupperich auf den ersten Blick. Das Halbporträt einer Frau mit wallendem Haar und goldenem Kleid hätte durchaus werbewirksame Qualität – wäre da nicht der Maler, der alles „versaut“. Er stellt die Frau nicht nur in einen frei gekritzelten Bildraum, er entstellt auch ihr Gesicht mit einer comichaften Zeichnung.

Gesichter, übermalt und verfremdet, finden sich in der Ausstellung in der Galerie Tobias Schrade des Öfteren. In „Soap­opera“, einem an mexikanische Malerei erinnernden Bild, bedecken zwei große Blüten die Augen einer Frau, in „Frühlingsspiel“ überdeckt eine romantische Schaukelszene das Gesicht einer Person. Dabei ist die Schaukelszene mit jungem Paar faszinierend gut gemalt.

Wie in den beiden beschriebenen Porträts montiert und collagiert  Hupperich gerne unterschiedliche, vermeintlich nicht zueinander passende Motive und Malstile. Letztere reichen von einer exakten Figuration über Umriss- und Comiczeichnungen bis hin zur abstrakten, farblich differenzierten Fläche. Genauso verhält es sich mit den Bildmotiven, die aus einem globalen Fundus stammen. Allerdings gelingt es dem Künstler, diese Vielfalt beziehungsweise die Parallelwelten kompositorisch zu verbinden mit all ihren Gegensätzen und Spannungen, aber auch mit der ihnen eigenen Vitalität. Wobei die Vitalität weniger aus den Motiven, als aus der Malerei kommt.

Der 1967 in Kaufbeuren geborene Künstler hat in München studiert und lebt in Mexiko, was in den Bildern einen Niederschlag finden mag. Dass Endy Hupperich zur Komik eines Karl Valentin  starke Affinität verspürt, mag erstaunen. Doch nicht nur die comichaften Elemente, auch die typische Kombination verschiedener Motive sind ein komisches Verfahren, das freilich oft ins Tragikomische führt (bis 11. November, Di-Fr 13-18, Sa 11-15 Uhr). 

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