Kommentar Pläne für Einstein-Museum: Visionen sind willkommen

Harald John
Harald John © Foto: privat
Ulm / Harald John 06.03.2018
Die Pläne, ein Einstein-Discovery-Center für 50 Millionen Euro in Ulm zu bauen, muten extrem selbstbewusst an. Dennoch lohnt es sich, darüber nachzudenken, meint Harald John.

Schlappe 15 Monate lebte Albert Einstein in Ulm. Im Haus Bahnhofstraße 20 wurden seine Windeln gewechselt, dann zog die Familie nach München und das Kapitel Ulm hatte sich für Baby-Einstein erledigt. Reicht das, um von einem Discovery-Center an der Donau zu träumen, einem Ort, in dem sich Besucher auf die Erlebnisreise durch das Einsteinsche Universum machen können?

Ja, das kann durchaus reichen. Schließlich ist Ulm ein Zentrum von Innovation, wo beispielsweise an der Zukunft der Mobilität geforscht wird. Ein Science Museum könnte also durchaus eine sinnvolle Ergänzung zur Wissenschaftslandschaft mit den beiden Hochschulen und der Universität, den Forschungszentren, der Wissenschaftsstadt und der Technologiefabrik sein.

Natürlich zeigen die Freunde und Förderer eines Einstein-Museums immenses Selbstbewusstsein, wenn sie nach dem Münsterbau 1377 und der Gründung der Universität Ulm 1967 vom nächsten großen Ding schwärmen. 2024 soll das neue Wissenschaftsmuseum stehen, für den Neubau, der möglichst zentral errichtet werden soll, werden Kosten von bis zu 50 Millionen Euro veranschlagt.

Visionen sind erlaubt. Aber wichtig wäre auch, eine Vorstellung zu bekommen, wie so ein Projekt finanziell gestemmt werden kann.

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