Jazz Vier Köpfe und ein Herzschlag

Ulm / Helmut Pusch 01.12.2018

Was passiert, wenn man vier Virtuosen einlädt, zusammen ein Konzert zu geben? Im schlimmsten Fall wird es ein eitles Balzen, eine Demonstration technischen Könnens, ohne jeden ästhetischen Nährwert.

Dass es auch ganz anderes gehen kann, bewies jetzt die zwölfte Ausgabe der „Herzstücke“, jener Konzertreihe, zu der sich der Ulmer Trompeter Joo Kraus Musiker einlädt, die er schätzt und mag und mit denen er Musik spielt, die ihm am Herzen liegt.

Diesmal hatte sich Kraus den aus Weißenhorn stammenden Organisten und Pianisten Martin Meixner, den Gitarristen Daniel Stelter und den Drummer Tommy Baldu eingeladen. Die drei haben auch Meixners Album „Up On A Hil“ eingespielt, dessen Songs einen Großteil des Abends ausmachten.

Oder eben nicht. Sie waren nur die Plattform für das, was vier Könner spontan entwickeln können, wenn sie die Egos hintenan und die Musik in den Mittelpunkt stellen. Und das können diese Vier. Unglaublich, wie sie sich ineinander festhören können, vorausahnen, was da wohl in den nächste Sekunden passieren könnte, und wie sicher und selbstverständlich die anderen reagieren, wenn einer aus dem Korsett des Songs ausbricht.

Dazu braucht es neben stupender Musikalität vor allem zwei Dinge: Ohren, die wirklich auf die Partner hören, und die Bereitschaft, ihnen den nötigen Platz einzuräumen. Klingt einfach. ist es aber nicht, sonst gäbe es mehr solche Abende, wie am Donnerstag im Animo. Und der war schlicht grandios.

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