Ulm Nach sexueller Nötigung: Vier Jahre Haft für Sexualtäter

Ulm / Ulrike Schleicher 04.12.2018
23-Jähriger ist am Montag wegen zweifacher sexueller Nötigung verurteilt. worden. Das Gericht folgte dem Antrag der Staatsanwaltschaft.

An eine geringere Strafe sei nicht zu denken, sagte der Vorsitzende Richter am Ulmer Landgericht. Zu vier Jahren Haft ist gestern ein 23-jähriger Syrer verurteilt worden. Auch aufgrund eines Geständnisses sah es das Gericht als erwiesen an, dass der Mann Ende April dieses Jahres versucht hat, zwei Frauen zum Geschlechtsverkehr zu zwingen.

„Sie haben ihnen großen Schaden zugefügt“, sagte der Richter. Eines der Opfer, eine 24-jährige Logopädin, die seitdem in psychologischer Behandlung ist, habe das beeindruckend beschrieben: „Ich muss damit leben. Es ist jetzt ein Teil von mir.“

Wie berichtet, hatte der Mann an einem Sonntagmorgen die Logopädin in der Nähe des Kobelgrabens abgepasst. Sie wehrte sich heftig und konnte sich nach einer zunächst vergeblichen Verfolgungsjagd in einen Linienbus retten.

Ins Gebüsch gezogen

Das zweite Opfer: Eine Frau aus Österreich, die auf Durchreise und ohne Unterkunft in Ulm war. Ihr hatte der Täter zunächst eine warme Decke angeboten. Dann zog er sie ins Gebüsch, legte sich auf sie und hielt ihr den Mund zu. Er habe sich auch nicht stören lassen, als ein zufällig ihm bekannter Zeuge vorbeikam und ihn von der Frau wegzog. Erst als zwei weitere Passanten auftauchten, floh der 23-Jährige.

Die Angaben des Angeklagten, er habe in beiden Fällen viel getrunken, etwa eine Flasche Wodka und mehr, seien nicht glaubhaft, sagte der Richter. „Wir können das zwar nicht berechnen, aber Ihren Angaben nach hätten Sie nach diesem Alkoholkonsum nicht mehr so agieren können.“  Im Falle der Österreicherin habe  Alkohol zwar eine Rolle gespielt, aber eine geringe.

Dem Angeklagten zugute hielt das Gericht, dass er sich „glaubhaft und voller Reue“ entschuldigt habe. Positiv anzurechnen sei auch,  dass er dem Opfer aus Österreich eine Vernehmung erspart habe. Die Frau, die bereits vor der Tat psychisch krank gewesen sei, legte ärztliche Atteste vor, um nicht vor Gericht erscheinen zu müssen. Auch eine Vernehmung per Video habe nicht stattgefunden, weil der Angeklagte einer Verlesung ihrer Aussage zugestimmt habe, sagte der Richter.

Der Strafrahmen in solchen Fällen liegt zwischen einem und 15 Jahren Haft. Das von der Staatsanwaltschaft geforderte Strafmaß von vier Jahren sei bei Betrachtung aller Aspekte angemessen.

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