Evelyn Teske ist 71 Jahre alt, geht aber locker für 10 Jahre jünger durch. Die ursprünglich aus Sachsen stammende Bellenbergerin ist seit etwa vier Jahren eine von rund 18.000 Körperspendern für das Institut für Plastination in Heidelberg.

Diese Anzahl ist auch nötig, da die Spender alle unterschiedlich alt sind und viele Plastinate auch von wissenschaftlichen Instituten zu Lehrzwecken gekauft werden, erklärte Ausstellungskuratorin Angelina Whalley am Freitag bei der Eröffnung der Ausstellung.

Für Evelyn Teske bedeutet das, dass ihr Körper nach ihrem Tod entweder in Teilen oder zur Gänze plastiniert und für die Öffentlichkeit zugänglich ausgestellt wird. Teske ist stolz, dabei zu sein: „Ich hatte immer Angst vor dem Tod, aber nach meiner ersten Körperwelten-Ausstellung war ich total überzeugt: Es gibt nichts Schöneres als einen Menschen.“

Video Körperwelten in Ulm: Vier Fragen an eine Körperspenderin

Ist das überhaupt okay, Menschen so zu zeigen?

Mit diesem Vorwurf wird die seit 1995 gezeigte Ausstellung immer wieder konfrontiert. Franz Josef Wetz, Professor für Philosophie in Schwäbisch Gmünd sagte dazu auf der Pressekonferenz am Freitag: „Es gibt vier wesentliche Punkte, die einer Würdeverletzung des Menschen entgegenstehen.

  • Die Menschen, die ihre Körper nach dem Tod für Körperwelten zur Verfügung stellen, tun das freiwillig.
  • Die Ausstellung wahrt Respekt vor dem typisch Menschlichen: Körper werden in natürlichen Posen und als Menschen dargestellt - aus einer Wirbelsäule wird zum Beispiel kein Lampenständer gemacht.
  • Die Körperspender bleiben anonym.
  • Das Besucherverhalten spricht für die Wahrung der Würde: In den gut 20 Jahren Ausstellungsgeschichte gab es nie einen größeren Vorfall. Besucher sind in der Regel sehr ruhig, berührt und versunken in die Betrachtung der Plastinate.

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