Gesundheit Vielfältige Suchtprobleme auch in Ulm

Ulm / Verena Schühly 30.08.2018

Alkohol, Drogen, Glück­spiel – Suchtprobleme sind auf der Tagesordnung. In der Stadt Ulm betreuen die Drogenhilfe und die Caritas die betroffenen oder suchtgefährdeten Menschen. Und sie machen präventive Angebote. Offiziell heißen die Angebote PSB, die Abkürzung steht für psychosoziale Beratungs- und ambulante Behandlungsstellen für Suchtgefährdete und Suchtkranke.

Die Drogenhilfe Ulm/Alb-Donau bekommt als jährliches Budget von der Stadt künftig 125 000 Euro. In seiner jüngsten Sitzung hat der Fachbereichsschuss Bildung und Soziales den Budget-Vertrag mit einer dreijährigen Laufzeit auf den Weg gebracht. Die Drogenhilfe hat im vergangenen Jahr 340 Menschen betreut: 320 Betroffene und 20 Angehörige. Die Zahlen sind konstant und „bewegen sich fortwährend auf hohem Niveau“, machte Henrike Alle aus dem Fachbereich Soziales der Stadt Ulm deutlich.

Gefragt seien auch die Angebote im Bereich der Online- und Medienspielsucht, die es seit 2016 gibt. In der PSB hat die Drogenhilfe 2,65 Personalstellen. Weitere Schwerpunkte der Arbeit sind die Begleitung von Substitutionsklienten, die Anlaufstelle „Kontaktladen“ und die aufsuchende Drogenberatung im Gefängnis.

Zweiter Partner der Stadt in diesem Bereich ist die Caritas Ulm/Alb-Donau. Ihr Jahresbudget beträgt 106 000 Euro, auch diese Vereinbarung gilt von 2019 bis 2021. Die Statistik für die Suchtberatungsstelle erfasst für 2017 insgesamt 631 Betreuungen, davon 281 Ulmer Bürger. Auch hier sind die Zahlen seit Jahren gleichbleibend hoch.

Pathologische Glückspielsucht

Die psychosoziale Beratungs- und Behandlungsstelle in der Wilhelmstraße 22 betreibt die Caritas in Kooperation mit der Diakonie. Außenstellen gibt es in Langenau, Laichingen und Ehingen. Ein Schwerpunkt der Arbeit liegt bei der Beratung von Menschen mit pathologischer Glücksspielproblematik. Außerdem machen die Mitarbeiter Multiplikatorenschulungen: Im vergangenen Jahr gab es 28 derartige Veranstaltungen, bei denen laut Statistik 905 Personen für die Problematik Suchtabhängigkeit sensibilisiert wurden. Auf Antrag der Caritas wurde das Jahresbudget um 10 000 Euro erhöht.

Stadträte aller Fraktionen lobten die Arbeit mit Suchtkranken und Gefährdeten. Die gleichbleibend hohen Zahlen erläuterte Henrike Alle auch damit, dass sich der Bedarf veränderte: „Beispielsweise stellen wir fest, dass bei Schülern der Cannabis-Missbrauch den Alkohol ablöst.“ Problematisch sei, dass berauschende Tees und Gewürze leicht übers Internet zu bekommen sind.

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