Budapest/Ulm / Von Georg Szepesi  Uhr

Duna Romani Luma“, „Die Welt der Roma an der Donau“ heißt das von der Europäischen Donau-Akademie (EDA) Ulm initiierte und vom Staatsministerium Baden-Württemberg finanzierte Bildungs-, Beschäftigungs- und Integrations-Projekt, in dessen Rahmen jetzt eine Konferenz in Budapest stattfand. Wegen der Armutsmigration nach Baden-Württemberg hat sich die EDA schon vor Jahren zum Ziel gesetzt, mitzuhelfen, die Lebensbedingungen der Roma in Südosteuropa zu verbessern.

Im Rahmen von Duna Romani Luma wurden deshalb bereits in der Vergangenheit ein Betreuungshaus für Kinder im rumänischen Cidreag, die Schulpartnerschaft zwischen dem Gandhi Gymnasium Pécs und dem Ulmer Anna-Essinger-Gymnasium, ein Theaterprojekt an der AdK, sowie 2015 eine erste Roma-Konferenz in Ulm realisiert.

Péter Szegvári, Berater der Budapester Stadtverwaltung, betonte eingangs, dass das Thema für Ungarns Hauptstadt aus kultureller und ökonomischer Sicht wichtig sei, weil alle in der Region lebenden Roma in den Bildungssektor integriert werden müssten. Peter Langer, Generalkoordinator des Rates der Donaustädte und Regionen, erklärte: „Bei allem Elend und aller Diskriminierung gibt es auch Roma mit großem Selbstbewusstsein, die vieles leisten. Dennoch ist die Verbesserung ihrer Lebensbedingungen eine der größten Herausforderungen der europäischen Politik, vor allem im Donauraum.“

László Ulicska vom ungarischen Ministerium für Humanressourcen lieferte einen Überblick über Ungarns Roma-Strategie. Seinen Worten zufolge konzentriert sich die Roma-Armut besonders auf die im Nordosten gelegenen Gemeinden. „Wir wollen die Armut dort ganz grundsätzlich bekämpfen“, sagte der Regierungsvertreter.

Gordana Berjan, Geschäftsführerin des Europäischen Jugendzentrums in Budapest, erinnerte an entsprechende Empfehlungen des Europäischen Rats seit 1969. „Hilfen wie der Roma-Jugend Aktionsplan sind dringend nötig, damit der Nachwuchs sich gut entwickeln kann“, sagte sie.

Wie der Projektkoordinator der EDA und Organisator der Konferenz sagte, sei das einst ausgerufene Jahrzehnt der Roma-Integration 2015 zu Ende gegangen, ohne die Probleme gelöst zu haben. Paul Langer: „Daher wollen wir hier alle möglichen Roma-Akteure zusammenbringen und zum Austausch anregen, um Lösungen zu entwickeln und zu präsentieren – denn sie wirken oft resigniert.“ Im Anschluss wurden unter insgesamt 47 eingereichten Projekten, die die Teilhabe der Roma entlang der Donau fördern, fünf von der EDA mit Fördermitteln prämiert. Darunter „The Association of Roma Intellectuals“ (2000 Euro Förderung), das serbischen Roma-Schülern bei der Berufsorientierung hilft. Außerdem bekommt die in Rumänien tätige Organisation „Young Roma Maramures“ 1500 Euro Förderung, und schließlich die sich für die Begegnung von Roma und Nicht-Roma einsetzende ungarische Organisation„Uccu Roma Informal Education Foundation“, die 1300 Euro bekommt.