Konjunktur Stadt Neu-Ulm findet kaum noch Bauunternehmen

Auf die Wasserspiele im Glacispark muss länger verzichtet werden.
Auf die Wasserspiele im Glacispark muss länger verzichtet werden. © Foto: Matthias Kessler
Neu-Ulm / edru 13.07.2018
Die Bau-Konjunktur macht der Stadt Neu-Ulm zu schaffen: Sie findet kaum noch Bauunternehmen oder die Angebote sind zu teuer.

Das Baugewerbe hat Konjunktur, die Auftragsbücher der Unternehmen sind randvoll – sehr zum Leidwesen der Stadt Neu-Ulm. Die Stadt tut sich offenbar schwer, ihre Aufträge loszuwerden.  Wie in der Sitzung des Technischen Ausschusses, öffentlicher Lebensraum und Verkehr jetzt diskutiert wurde, geben die Bauunternehmen keine Angebote mehr ab oder sie sind viel zu teuer. Von Monsterpreisen war die Rede. Zwei Beispiele:

Eigentlich wollte die Stadt das in die Jahre gekommene Wasserbecken im Glacispark neu gestalten. Die Arbeiten waren ausgeschrieben worden, acht Unterlagen wurden verschickt. Tatsächlich gab es aber nur zwei Interessenten. 740.000 Euro, so das Budget der Stadt, waren bereitgestellt worden. Doch das kostengünstigste Angebot war mit Mehrkosten in Höhe von über 300.000 Euro mehr als 40 Prozent teurer. Also wurde die Ausschreibung vom Ausschuss per Beschluss aufgehoben. Im Herbst dieses Jahres soll neu ausgeschrieben werden, in der Hoffnung, dass der Kostenrahmen nicht abermals gesprengt wird. Die Umsetzung verschiebt sich dadurch auf die Jahre 2019 und 2020 – frühestens.

Noch bitterer war die Ausschreibung für Arbeiten an der so genannten Grünen Brücke, die die Innenstadt mit dem Wiley-Park und dem Badesee in Ludwigsfeld verbinden soll. Sechs Firmen hatten die Unterlagen für ein Teilstück durch das Wohngebiet am Glacispark dann auch angefordert. Aber keine einzige hatte ein Angebot abgegeben. Auch diese Arbeiten werden im Herbst erneut ausgeschrieben.

Für die CSU-Stadträtin Waltraud Oßwald ist solch ein Gebaren der Baufirmen schlichtweg „unverschämt“, entrüstete sie sich in ihrer Wortmeldung.

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