Kommentar Zum Ulmer Armutsbericht: Viele Akteure gefragt

Es ist eine wichtige Aufgabe der Gesellschaft, immer wieder darauf zu schauen und zu versuchen, die Situation der Armen zu verbessern, meint unsere Redakteurin Verena Schühly.
Es ist eine wichtige Aufgabe der Gesellschaft, immer wieder darauf zu schauen und zu versuchen, die Situation der Armen zu verbessern, meint unsere Redakteurin Verena Schühly. © Foto: Marc Hörger
Ulm / Verena Schühly 01.11.2018
Der Armutsbericht der Stadt öffnet den Blick für viele Aspekte. Gefragt sind aber mehr Akteure. Ein Kommentar von Verena Schühly.

Ulm ist eine prosperierende Stadt, in der es vielen Menschen richtig gut geht. Das wirtschaftliche Umfeld passt, die Arbeitslosenquote ist erfreulich niedrig. Dennoch darf niemand die Augen vor der Tatsache verschließen: Auch hier gibt es Menschen, die arm oder armutsgefährdet sind. Es ist eine wichtige Aufgabe der Gesellschaft, immer wieder darauf zu schauen und zu versuchen, deren Situation zu verbessern oder gegenzusteuern.

Die Stadt Ulm ist mit ihrem Armutsbericht auf einem guten Weg. Abseits von Sozialleistungen versucht die Kommune, Programme und andere Systeme zu installieren, um die Betroffenen zu unterstützen, sich selbst zu helfen, und sie zu befähigen, die Armutsspirale aus eigener Kraft zu durchbrechen. Deshalb sind Elternkurse ebenso wichtig wie Familienhebammen und Sprachförderung in den Kitas und Schulen. Dazu gehört ebenso bezahlbarer Wohnraum.

Aber auch andere gesellschaftliche Kräfte sind gefragt, beispielsweise die Wirtschaft. Wer einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz bekommt und sich dort bewährt, hat gute Chancen, sein Leben selbst in die Hand zu nehmen. Doch dazu braucht es manchmal besondere Bedingungen, beispielsweise mehr Teilzeit-Ausbildungsplätze für Alleinerziehende im Bereich Metall- oder Elektroindustrie. Weil es dort eine gute Gehaltsstruktur gibt, so dass sich auch mit Teilzeitstellen ein sicheres Auskommen erzielen lässt.

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