Der Zuschauer als Kritiker Viel Lob für „My Fair Lady“ am Theater Ulm

Werden für ihr Spiel gelobt: Markus Hottgenroth, Maria Rosendorfsky und Stephan Clemens in „My Fair Lady“ am Theater Ulm.
Werden für ihr Spiel gelobt: Markus Hottgenroth, Maria Rosendorfsky und Stephan Clemens in „My Fair Lady“ am Theater Ulm. © Foto: Jochen Quast.
Ulm / Patrick Vetter 06.12.2018

Unterhaltsam, kreativ und modern setzt Christian von Götz „My Fair Lady“ von Frederick Loewe im Theater Ulm um, lobt das Publikum. Das Musical besticht durch witzige Kostüme, ein leuchtend buntes Bühnenbild und ein Ensemble in authentischen Rollen, begleitet von den altbekannten Musikstücken und den beliebten Sprachübungen des Professor Higgins.

Anja Jäckle (23), Ulm: Es hat alles gepasst, es war eine gute Mischung aus Schauspiel, Bühnenbild, Musik und Gesang. Vor allem die Kostüme (Sarah Mittenbühler) fand ich originell. Die bunten Perücken und Kleider sahen witzig aus und haben an Clowns erinnert. Es wurden über die Kostüme auch Anspielungen vermittelt. Die Hüte etwa werden auch heute noch beim Pferderennen in Ascot in England ja wirklich ähnlich schrill getragen. Besonders gut hat mir Elizas Kleid in dieser Szene gefallen. Alle waren ganz gelb gekleidet, und sie trat in Pink auf.

Gerhard Schmid (64), Ulm: Eigentlich bin ich gar nicht so ein Musicalfan. Diese Inszenierung von „My  Fair Lady“ war aber witzig, frech, lebhaft und spritzig. Am besten hat mir Maria Rosendorfsky als Eliza gefallen. Die musikalische Leistung unter der neuen Leitung (Levente Török) war sehr gut. Über die schrägen Kostüme musste ich öfter schmunzeln, gerade bei der feinen Gesellschaft. Der Kopfschmuck sah teilweise aus wie getrocknete Tagliatelle. Das Ende fand ich dafür nicht besonders gelungen. Es hat sich mir nicht erschlossen, ob Eliza wirklich zu Higgins zurückkehrt, oder ob er sich das nur einbildet.

Gertrud Deubler (84), Ulm: Das war ein rundum gelungener Abend. Das Stück hat mir total gut gefallen und war dazu noch sehr lustig. Durch das Bühnenbild (Christian von Götz) und die Kostüme waren einige Szenen besonders aufgemotzt. Es gab viele gute kleine Ideen, wie die Haushälterin, die einmal angeschuckt wird und sich um die eigene Achse drehend auf der einen Bühnenseite verschwindet und auf der anderen wieder auftaucht – sich immer noch drehend.

Sophie Platen (23), Ulm: Vor allem die verschiedenen Dialekte haben mir sehr gut gefallen. Das Berlinerisch hat sich auch witzig angehört. Und wie mit den Männer- und Frauenrollen der Zeit, aus der das Stück stammt, gespielt wurde, fand ich klasse. Mein Lieblingscharakter war Elizas Vater, Alfred P. Doolittle (Martin Gäbler). Die Lieder mit ihm waren witzig inszeniert und fast schon zum Mitschunkeln. Ohne die Theaterflatrate für Studenten würde ich solche Stücke gar nicht sehen. Das ist eine tolle Regelung.

Günther Wagner (68), Neu-Ulm: Das Stück bietet angenehme Unterhaltung. Es wurden viele bekannte Melodien gespielt, da hat man erstmal gemerkt, wie viele Lieder man aus „My Fair Lady“ kennt.  Auf einige Stellen hat man natürlich von Anfang an schon gewartet, zum Beispiel, dass „Spaniens Blüten blühen“. Solche Stücke sollte das Theater öfter bringen. Es ist schön, dass es hier nicht um Mord und Totschlag geht. Es gab viele witzige und absichtlich überdrehte Szenen.

Petra Heier (55), Gögglingen: Ein großes Lob an die Bühnengestaltung. Außerdem haben die Balleteinlagen (Rainer Feistel und Gaëtan Chailly) sehr gut zur Inszenierung gepasst. Man hat einfach gesehen, dass die Tänzer Spaß haben. Das Hausmädchen Mrs. Pearce hat mich besonders überzeugt, Christel Mayr hat es geschafft, aus einer Nebenrolle fast eine Hauptrolle zu machen. Schade war, dass Professor Higgins anfangs etwas Angst vor seiner eigenen Courage hatte. Zu Beginn spielte er die Rolle nicht authentisch, steigerte sich aber bis zum zweiten Drittel und war am Ende großartig.

Gerhard Weller (79) mit seiner Frau Gabi, Ulm: Das war eine sehr vergnügliche Darbietung mit einer tollen Leistung des Ensembles und einer fulminanten Maria Rosendorfsky als Eliza. Kostüme, Bühne und Inszenierung: alles wunderbar. Besonders hat uns das Lied „Ich hab getanzt heut’ Nacht“ gefallen. Die Musik kannten wir, wir haben das Stück schon an anderen Theatern gesehen. In Ulm wurde es modernisiert und der heutigen Zeit mit viel Witz angepasst.

Christine Hefendehl (55), Gögglingen: Ich habe schon Stücke gesehen, die absichtlich ganz auf modern und abgedreht gemacht wurden. Das war hier zum Glück nicht so. Die Aufführung war ganz klassisch. Auch die Kostüme haben gepasst. Freddy (Luke Sinclair), der Eliza anbetet, hatte eine sehr schöne Stimme.

Die Karten werden rar

Vorstellungen Wer „My Fair Lady“ sehen will, muss sich sputen. Fast alle Vorstellungen im Theater Ulm sind bereits nahezu ausverkauft. Für die Vorstellungen am 25. Dezember und an Silvester, 17 Uhr, gibt es gar keine Karten mehr. Lediglich für die Aufführungen am 23. Januar und am 20. Februar gibt es noch ausreichend Tickets. Kartenvorbestellung sind unter Telefon 0731/ 161 44 44 möglich oder per Mail unter theaterkasse@ulm.de

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