Im Handel, der ohnehin durch das Internet unter Druck steht, staut sich in Ulm immer mehr Ärger auf: wegen alter und neuer Baustellen und Sperrungen, der gefühlten Bevorzugung der Sedelhöfe, den schleichend eingezogenen Parkplätzen in der Altstadt – zugunsten von Außenbewirtschaftungen in der Gastronomie.

Beim gestrigen Runden Tisch der CDU wurde deutlich, dass sich viele Händler durch die Politik der Stadt in ihrer Existenz bedroht sehen und schlicht und einfach die Schnauze voll haben. Denn sie sorgen für ein attraktives Stadtbild, schaffen Jobs und zahlen Gewerbesteuer, erfahren aber aus dem Rathaus nur mühevoll Verständnis.

Dabei ist für jeden längst erkennbar, wohin der Trend mit Event- und Systemgastronomie geht: zu mehr Lärm und Problemen mit angetrunkenen Gästen. Auch das wurde gestern angesprochen. In diesem Kontext ist es bemerkenswert, dass ein Vermieter wie Helmut Werdich am Münsterplatz 14 auf reichliche Interessenten aus der Gastronomie verzichtet hat, um den ruhigeren Handel hereinzunehmen.

Dennoch ist der Wandel erkennbar, der Druck durch Online enorm. Deshalb muss es erstes Interesse der Stadt sein, den existierenden Fachhandel, der vielfach den Charme der City ausmacht, so lange wie möglich zu halten. Es ist gut, dass dazu auch mit der SPD eine breitere Debatte einsetzt.