Zum Silvesterspätnachmittag lud das seit 2013 bestehende Heikas Klavierquartett ins Kornhaus zum Konzert. Knapp 200 Zuhörer erlebten vor dem Jahreswechsel ein eher ernstes Programm, das mit dem Klavierquartettsatz a-Moll von Gustav Mahler begann. Als Sechzehnjähriger komponierte er das nicht genau datierte Werk während seiner Studienzeit in Wien –  sein einziges erhaltenes Kammermusikstück. Es kann mit einem spannenden Mittelteil und einer ungewöhnlichen Kadenz vor der Coda reüssieren und setzte mit dieser Außergewöhnlichkeit einen trefflichen Konzertbeginn.

Auch bei Mozarts zweitem Klavierquartett Es-Dur handelt es sich um etwas Ungewöhnliches. Es ist Zeugnis einer Zeit des Umbruchs. Und zwar in dem Sinne, dass Mozart seine Kammermusikwerke – ein Novum – in öffentlichen Konzerten aufführte. Da es zur Gattung Klavierquartett in der Besetzung mit Klavier, Violine, Viola und Violoncello keinerlei Vorbilder gab, konfrontierte Mozart sein Wiener Publikum 1786 auch durch die Form des Stücks mit der absoluten Neuheit, dass erstmals die drei Streicher gleichberechtigte Partner gegenüber dem bisher dominierenden Klavier waren.

Mit warmem Ton

Die Mitglieder des Heikas Klavierquartetts zeigten sich schon beim Mahler von der besten Seite, um hier nun weiterhin ihr Können unter Beweis zu stellen. Geigerin Oana-Sabina Bunea spielte mit warmem Ton und virtuoser Geläufigkeit mühelos alle Tücken des Mozart’schen Werkes. Dominique Anstett an der Bratsche und Patrick Burkhardt am Cello standen dem in nichts nach. Lediglich die Pianistin Anna Anstett wirkte etwas schulmeisterlich.

Abschließend stand das 3. Klavierquartett c-Moll von Johannes Brahms auf dem Programm. War der Zwischenbeifall beim Mozart noch erträglich, zerstörte er hier nun den inneren Zusammenhang des spannungsgeladenen Werkes vollständig.

Mit 22 Jahren schrieb Brahms die ersten beiden Sätze. Damals stand er mitten in einem Dreiecksverhältnis mit Clara und Robert Schumann, so dass er später selber anmerkte, dieses Klavierquartett spiegele ihn als verzweifelten Werther mit der Pistole am Kopf wider.

Das über 20 Jahre später fertiggestellte Werk bietet nun der Bratsche und dem Cello Gelegenheit, sich als ebenbürtige Partner der Violine darzustellen. Besonders im doch zu rasch geratenen Andante konnten die Zuhörer in Streicherkantilenen schwelgen. Als Zugabe bedankten sich die vier Musiker mit einem kurzen Auszug aus dem rasanten 2. Satz vom Brahms.