Meinung Kommentar zum Stellenabbau bei Teva: Vertrauen gewinnen

Lokalredakteurin Julia Kling.
Lokalredakteurin Julia Kling. © Foto: Volkmar Könneke
Ulm / Julia Kling 26.07.2018

Ohne Kündigungen ausgekommen. Der Personalabbau im Rahmen eines konzernweiten Sparprogramms konnte am Standort Ulm und Blaubeuren-Weiler über Frühverrentung und Abfindungen geklärt werden. Für den Teva Deutschland-Chef ein positives Zeichen. Sicherlich zu Recht. Mussten doch gut ein Jahr zuvor beim vorigen Stellenabbau noch einzelne Kündigungen ausgesprochen werden – und das, obwohl die deutsche Sparte des israelischen Konzerns wirtschaftlich gut aufgestellt scheint und ihre Ziele übererfüllt. Den Mitarbeitern, die das Unternehmen verlassen mussten, wird diese Tatsache jedoch kein Trost sein. Viel mehr hilft ihnen, dass Firmen wie Rentschler oder Boehringer Ingelheim Fachkräfte suchen und einstellen.

Ob sich die Stimmung am Teva-Standort im Donautal jedoch nachhaltig bessert, werden erst die kommenden Jahre zeigen. Nach vier Personalabbau-Wellen in nur wenigen Jahren gilt es, verlorengegangenes Vertrauen bei der Belegschaft und potenziellen Mitarbeitern wieder aufzubauen. Das 500 Millionen Euro teure Biotech-Projekt Genesis kommt daher gerade zur rechten Zeit. Wie es aussieht, setzt der israelische Mutterkonzern weiter auf den Standort Deutschland, der sich nach der Schließung des Berliner Büros ausschließlich auf Ulm und die Region reduziert hat. Das ist eine gute Nachricht.

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