Geheime Kommandosache in Pfuhl. Der Vereinsring hatte zu einem Treffen geladen - und über 50 Vereinsvertreter, Stadträte und die Stadtspitze mit OB Gerold Noerenberg und Bürgermeister Gerd Hölzel waren am vergangenen Donnerstag gekommen. Thema war das alte Feuerwehrgerätehaus in der Hauptstraße. Am Ende des Treffens wurde so mancher Traum mit einem einstimmigen Beschluss begraben: Das alte Gebäude wird kein Haus der Pfuhler Vereine.

Die Idee hatte offenbar der Vorsitzende des Vereinsrings, Hans Schäufele, geboren: Die Stadt soll das Geld, das für den Bau eines Dorfplatzes vorgesehen war, in den Umbau des Feuerwehrgerätehauses investieren. Dort könnten viele Pfuhler Vereine eine neue Bleibe finden. Die Rede ist von jenen 430 000 Euro, die für den Dorfplatz vorsorglich für das Jahr 2014 im Neu-Ulmer Haushalt vorgesehen sind. Darüber hinaus gibt es noch keine Beschlüsse. Im Gegenteil: In der Pfuhler Bürgerschaft und unter Stadträten gibt es nicht wenige, die die Notwendigkeit eines Dorfplatzes in Frage stellen.

OB Gerold Noerenberg, so schildern Teilnehmer des Treffens, sei in seiner Haltung unmissverständlich gewesen: Zum einen habe die Stadt das Geld für den Dorfplatz noch gar nicht erwirtschaftet, zum anderen werde sie mit Steuergeld gewiss kein Vereinshaus finanzieren. Sollte in Pfuhl so etwas gewünscht sein, müssten es die Vereine schon selbst finanzieren. Die Begeisterung dafür soll sich an diesem Abend in Grenzen gehalten haben.

Noerenberg bestätigte das gestern: "Die Stadt hat den Vereinen in Ludwigsfeld nichts kostenlos überlassen, das werden wir im Zuge der Gleichbehandlung auch in Pfuhl nicht tun. Für solche Sachen haben wir grundsätzlich kein Geld mehr." Er wolle sich zudem nicht strafbar machen wegen zu sorglosen Umgangs mit öffentlichen Geldern.

Das alte Feuerwehrgerätehaus hat unter Umständen eine andere Zukunft vor sich: Die Pfuhler Feuerwehrkapelle würde das Haus der Stadt abkaufen und darin Vereins- und Proberäume einrichten. Bislang übt die Kapelle im undichten Keller in der Seehalle. Die Kauf- und Umbauabsichten bestätigte gestern der Vorsitzende der Kapelle, Johannes Schuster: "Wir haben seit zwölf, dreizehn Jahren dafür eisern gespart." Wie viel Geld dafür schon auf der Seite liegt, wollte er nicht sagen - nur: "Es ist ein Haufen". Auch habe der Verein schätzen lassen, wie teuer der Umbau wird. Die Rede ist von einer halben Million Euro. Dazu müsse man laut Schuster noch den Preis addieren, den die Stadt fürs Gebäude verlangt: "Das alles könnten wir in Eigenregie und ohne finanzielle Hilfe der Stadt stemmen, natürlich mit Mühe."

Die Stadt Neu-Ulm hat sich offenbar noch nicht entschieden, ob sie das Gelände vielleicht an einen Wohnbauträger zur Neubebauung verkauft oder an die Feuerwehrkapelle abgibt. Das Thema werde im zuständigen Ausschuss noch im Juni oder Juli diskutiert, versprach Noerenberg. "Die Verwaltung wird den Stadträten vorschlagen, das Feuerwehrgerätehaus der Feuerwehrkapelle zu verkaufen." Ob der Verkauf an einen Wohnbauträger eine Alternative wäre, müsse der Ausschuss entscheiden.