Neu-Ulm Verein "Wir in Neu-Ulm" stellt Programm für 2013 vor

Was ist Neu-Ulm?, fragt der Marketing-Verein "WIN". Nun, zum Beispiel die Neu-Ulm Spartans (links im Bild), die im American Football Werbung für die Stadt machen. Am Samstag spielen sie in der Landesliga im Muthenhölzle (16 Uhr). Am 27. Juni treten sie dann bei den Neu-Ulmer Wohlfühltagen auf. Foto: Jochen Wolf
Was ist Neu-Ulm?, fragt der Marketing-Verein "WIN". Nun, zum Beispiel die Neu-Ulm Spartans (links im Bild), die im American Football Werbung für die Stadt machen. Am Samstag spielen sie in der Landesliga im Muthenhölzle (16 Uhr). Am 27. Juni treten sie dann bei den Neu-Ulmer Wohlfühltagen auf. Foto: Jochen Wolf
Neu-Ulm / NATALIE DEININGER 06.06.2013
Frauenmesse, Rollatorensternfahrt, Sporttag für schwere Jungs: Mit diesen und anderen Aktionen will der Verein WIN Neu-Ulm als Marke etablieren.

Wo ist die Neu-Ulmer Mitte? Ist es der Petrusplatz? Wenn nicht, wo könnte eine Mitte sein? Als "ehemalige Viehweide Ulms" bezeichnet Heinz Koch, Vorsitzender des Vereins "Wir in Neu-Ulm" (WIN) die Stadt verschmitzt. Die sich neu erfinden müsse: eine Identität entwickeln, zur Marke werden.

WIN macht sich Gedanken, wie das funktionieren könnte und hat unter dieser Prämisse wieder das zweiwöchige Programm "Wohlfühlen in Neu-Ulm" entwickelt. Vom 14. Juni an werden unterschiedliche Veranstaltungen angeboten. Ein Höhepunkt zum Auftakt ist die Messe "weiblich" im Edwin-Scharff-Haus mit etwa 30 Ausstellern. Auch WIN hat einen Stand: einen "Männerhort". Frauen können ihren Begleiter abgeben und in Ruhe das Messeangebot begutachten, ohne dass Mann quengelt und drängelt. Der "Männerhort" bietet kein Bällebad, dafür Männerkosmetik, Regelkunde für American Football, Kartenspiele oder E-Bike-Testfahrten.

Bemerkenswert findet Koch den Vortrag eines Experten für Standortmarketing im Anschluss an die Messe (15. Juni, 18 Uhr, ebenfalls Edwin-Scharff-Haus). Stadtmarketing-Experte Prof. Alexander Doderer hat sich Neu-Ulm angeschaut und redet über seine Eindrücke und die Zukunftschancen von Neu-Ulm. "Wir wollen, dass sich alle Schichten und nicht immer nur die gleichen Personen an der Stadtgestaltung beteiligen", sagt Koch.

Einige Kernaussagen des Stadtvereins wie "Kräfte addieren" oder "niemanden ausschließen" schlagen sich in der Programmauswahl von "Wohlfühlen in Neu-Ulm" nieder: Mit einer "Rollatoren-Sternfahrt" am 19. Juni will man möglichst viele Senioren auf die Räder bringen und en passant versuchen, einen Weltrekord aufzustellen (wir berichteten). Allerdings müssten dazu wenigstens 401 Rollatoren zusammenkommen. Zudem wird der "Schönste Rollator der Stadt" gekürt.

Am 27. Juni geht es ums Dicksein. Zum "XXXL-Boys-Meeting" sind übergewichtige Jungen eingeladen, die dann beim American Football schwer gefragt sind. Die Mannschaft der Neu-Ulm Spartans stellt die Sportart vor und erklärt, weshalb bei ihnen gerade die "Big Boys" gerne gesehen sind.

Wo es mit Neu-Ulm genau hin geht, weiß Koch nicht. "Ich bin kein Planer, sondern Anhänger der Chaostheorie." Aber: "Wir wissen, was wir haben - was daraus wird, das sehen wir dann."

Das vollständige Programm der Wohlfühltage unter wir-in-neu-ulm.de