Tarifstreit Ab Dienstag Streiks in Baden-Württemberg

Verdi ruft erneut zu Warnstreiks auf.
Verdi ruft erneut zu Warnstreiks auf. © Foto: Boris Roessler
Ulm / stw 09.04.2018
Verdi ruft erneut zu Warnstreiks auf. Davon sind in den kommenden Tagen fast alle Bereiche im öffentlichen Dienst betroffen.

Im Tarifkonflikt zwischen der Gewerkschaft Verdi und den kommunalen Arbeitgebern sind für Mittwoch erneut Warnstreiks angekündigt. Nach Informationen der Gewerkschaft wird am Mittwoch (11. April) der öffentliche Nahverkehr in Ulm und Neu-Ulm massiv davon betroffen sein. Vom Betriebsbeginn um 3:30 Uhr an werden keine Straßenbahnen und Busse auf dem SWU-Liniennetz fahren, erklärt Maria Winkler, Geschäftsführerin des Verdi-Bezirks Ostwürttemberg-Ulm. Ausnahme sind nur wenige Fahrzeuge von Fremdunternehmen. Auch das Fahrpersonal der Schwaben Mobil werde zum Warnstreik aufgerufen. Nach dem Willen der Gewerkschaft werden erst am Donnerstag ab 3.45 Uhr wieder Busse und Bahnen wie gewohnt unterwegs sein.

Für Donnerstag hat Verdi auch die Beschäftigten in Krankenhäusern, Kindertagesstätten, Verwaltungen und vielen anderen Betrieben und Einrichtungen in den Städten Ulm und Neu-Ulm zu ganztägigen Arbeitsniederlegungen aufgerufen. Beteiligen an dem Ausstand werden sich auch Mitarbeiter der Stadtwerke Ulm (SWU Energie, Netze), den Entsorgungsbetrieben (EBU), dem Klärwerk Steinhäule, der Stadt Neu-Ulm und der Sparkasse Ulm. Die Beschäftigten der 32 städtischen Kindertageseinrichtungen in Ulm werden ihre Arbeit ganztägig niederlegen. Die Eltern wurden darüber bereits informiert.

Derzeit verhandeln Stadt Ulm und Gewerkschaft über eine „Notdienstvereinbarung“ für den Kindergartenbereich, falls es zu weiteren Streiktagen kommt. Diese sieht vor, dass im Falle eines Streiks in jedem der fünf städtischen Sozialräume eine KiTa für jeweils 40 Kinder geöffnet bleiben kann und Fachpersonal vor Ort ist, so dass insgesamt 200 Plätze für Kinder angeboten werden können, deren Eltern keine andere Betreuungsmöglichkeit haben.

Den ganzen Tag bleiben der Tiergarten sowie alle städtischen Recyclinghöfe und Kultureinrichtungen geschlossen. Auch die Rathaus-Tiefgarage wird von 6 bis 14 Uhr nicht geöffnet sein, wobei die Ausfahrt aber gewährleistet ist. Einziger Lichtblick: Während des Streiks müssen Autofahrer laut Verdi auch nicht mit Knöllchen rechnen – auch die Geschwindigkeitsüberwachung wird offenbar ausfallen.

Auch Flughäfen werden bestreikt

Auch wer mit dem Flugzeug verreisen will, muss mit Flugausfällen und massiven Verspätungen rechnen. Verdi kündigte für Dienstag Warnstreiks an den beiden größten deutschen Flughäfen in Frankfurt am Main und München sowie den Airports in Köln und Bremen an. Zum Streik sind die Bodenverkehrsdienste und teilweise die Flughafenfeuerwehr aufgerufen. Allein die Lufthansa will am Dienstag mehr als 800 Flüge streichen. Davon sind rund 90.000 Fluggäste betroffen, wie die Fluggesellschaft am Montag in Frankfurt am Main mitteilte. Damit fällt rund die Hälfte der ursprünglich geplanten 1600 Lufthansa-Flüge aus. Am Mittwoch soll der Flugbetrieb wieder planmäßig laufen.

Alle Passagiere, die einen Flug von oder über Frankfurt und München gebucht haben, können diesen lauft Lufthansa innerhalb der nächsten sieben Tage kostenlos umbuchen. Auf innerdeutschen Strecken können Flugpassagiere Züge der Deutschen Bahn nutzen.

Bisher keine Einigung im Tarifkonflikt

In den Tarifverhandlungen für die 2,3 Millionen Tarifbeschäftigten im öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen fordern die Gewerkschaften ein Gehaltsplus von sechs Prozent, mindestens aber 200 Euro monatlich mehr. In beiden bisherigen Verhandlungsrunden gab es keine Annäherung zwischen der Arbeitnehmer- und der Arbeitgeberseit.