„Leitkultur in Unternehmen“ lautete das Thema eines Abends beim Club der Industrie Ulm/Neu-Ulm (CI) in der Ratiopharm-Arena. Gastreferent war Verleger Florian Langenscheidt. Er sprach darüber, wie in Familienunternehmen die Werte Moral, Anstand, Respekt und Loyalität im alltäglichen Miteinander verbunden sind. „Man muss die Begriffe mit Leben füllen, dann profitieren Mitarbeiter wie Unternehmen davon“, sagte der 62-jährige Leiter des gleichnamigen Verlags in vierter Generation, der sich auch in Stiftungen und Bewegungen engagiert wie gegen Erderwärmung („Global Warming“) und „Children for a better world“. Das ist für Langenscheidt im wahrsten Sinn des Worts „Sinn-stiftend“.

Wenn ein Unternehmen seine Werte als Leitkultur formuliere, sei das für alle „eine verlässliche Grundlage“, unterstrich Gerd Stiefel, CI-Vorsitzender und geschäftsführender Gesellschafter der Fritz Stiefel GmbH. In seinem Betrieb hängen die formulierten Werte bereits im Eingangsbereich. „Wer dagegen verstößt, bekommt wie beim Fußball einmal eine Gelbe Karte gezeigt. Wer aber selbstverantwortlich und verantwortungsbewusst handelt und mit anderen dementsprechend umgeht, fühlt sich selber wohl und ist zufriedener mit seinem Arbeitsplatz“, betonte Stiefel. Die Ergebnisse in seinem Betrieb: geringer Krankenstand, kaum Fluktuation beim Personal, viele Initiativ-Bewerbungen trotz Fachkräftemangels und eine Teilnahmequote von 90 Prozent bei der Weihnachtsfeier.

„Der Mensch rückt wieder mehr in den Fokus des wirtschaftlichen Handelns. Das zählt mehr als der reine Leistungsgedanke, die Steigerung von Effizienz und Effektivität“, sagte Birgit Soukup-Bilger, Initiatorin und geschäftsführende Gesellschafterin der Beceo-KG, die Unternehmen im Bereich wertorientierter Unternehmenskultur berät.

Als Moderator wirkte David Rohde, früher Programmchef von Donau 3FM und mittlerweile Mit-Inhaber einer Filmproduktionsgesellschaft in Berlin. Der CI ist eine Vereinigung von 101 Unternehmen in der Wirtschaftsregion Ulm/Neu-Ulm, die mehr als 20.000 Mitarbeiter haben.