Sozialverband VdK setzt Neu-Ulmer Ortsvorsitzenden ab

Neu-Ulm / Hans-Uli Mayer 15.02.2018
Der VdK kegelt den Neu-Ulmer Verbandschef aus dem Amt. Dessen Funktion bei der AfD sei unvereinbar mit den Zielen des Sozialverbands.

Wie erwartet hat der Kreisvorstand des Verbands der Kriegs- und Wehrdienstopfer, Behinderten und Rentner (VdK) den Neu-Ulmer Ortsvereinsvorsitzenden abgesetzt. Am Mittwochvormittag war das Gremium in nichtöffentlicher Sitzung in der Kreisgeschäftsstelle in Neu-Ulm zusammengekommen, um die Lage nach der Wahl Josef Kreitmaiers zum Schatzmeister der örtlichen AfD zu beraten.

Wie die Kreisvorsitzende Hildegard Rabus am Nachmittag mitteilte, frage der Verband nicht nach der Parteizugehörigkeit seiner Mitglieder. Wohl aber, wenn einer wie Kreitmaier öffentliche Funktionen sowohl im VdK bekleide als auch in der AfD. Durch die Wahl zum Schatzmeister der rechtspopulistischen Partei im Kreisverband Neu-Ulm ändere sich die Sache, weil Kreitmair damit nach außen sichtbar für die Positionen der AfD eintrete, die mit denen des Sozialverbands nicht vereinbar seien.

Politisch unvereinbar

Der VdK trete mit seiner Grundhaltung für ein friedliches Zusammenleben ein, für mehr Mitmenschlichkeit, stelle sich gegen Diskrimierung und sei für soziale Gerechtigkeit und für Solidarität. Das seien andere Ziele, als sie die AfD mit ihrer minderheitenfeindlichen Politik vertrete, heißt es in einer Pressemitteilung. „Der Sozialverband wäre unglaubwürdig, wenn er zulassen würde, dass ein VdK-Funktionär, der den Sozialverband vor Ort nach außen repräsentiert, zeitgleich ein AfD-Funktionärsamt bekleidet, da die verbands- und parteipolitischen Positionen von VdK und AfD unvereinbar sind“, heißt es abschließend.

Kreitmaier selbst wollte keine Stellungnahme dazu abgeben. „Man hat mir mit rechtlichen Konsequenzen gedroht, sollte ich mit der Presse reden“, sagte er. Etwas mitteilsamer war hingegen seine Ehefrau Ute, die für ihren Mann bestätigte, dass der in dieser Sitzung als Vorsitzender der VdK-Ortsgruppe Neu-Ulm/Stadt abgesetzt worden sei. Und zwar wegen seiner Wahl zum Schatzmeister der AfD nur einige Wochen zuvor.

Ungleichbehandlung kritisiert

Ute Kreitmair kündigte infolgedessen an, auch ihren Posten als Vertreterin der Frauen im Ortsvorstand des VdK niederzulegen. „Ich bin politisch anders drauf als mein Mann. Aber ich finde es eine Sauerei, wenn die Politik wichtiger ist als die Hilfe für Alte, Kranke und behinderte Menschen“, sagte sie im Gespräch mit der SÜDWEST PRESSE.

Unterstützung bekommt Kreitmair vom AfD-Bundestagsabgeordneten René Springer, der den Wahlkreis Potsdam-Mittelmark II vertritt und früher im brandenburgischen Landtag persönlicher Referent von Alexander Gauland war. Er behauptet, dass die Bundesvorsitzende des VdK SPD-Mitglied sei und in Bayern auch viele CSU-Mitglieder Ämter hätten „Diese Ungleichbehandlung werde ich nicht akzeptieren“, heißt es in einer Mitteilung, in der auch von politischer Säuberung die Rede ist.