Alb-Donau-Kreis / Von Thomas Steibadler  Uhr
Die Sanierung der Valckenburgschule in Ulm wird vom Land bezuschusst. Die daran geknüpften Bedingungen setzen die Kreisverwaltung allerdings unter Druck. Ein Generalplaner soll helfen.

Eine gute Nachricht hat kürzlich das Landratsamt erreicht: Für die energetische Sanierung der Valckenburgschule in Ulm erhält der Alb-Donau-Kreis einen Zuschuss vom Land. Aus dem „Kommunalen Sanierungsfonds Schulgebäude“ fließen demnach mehr als 3,9 Millionen Euro. Das setzt die Kreisverwaltung allerdings unter einen gewissen Druck.

Zu den Zuschuss-Bedingungen gehört nicht nur, dass die sanierte Schule bestimmte Energiespar-Voraussetzungen erfüllen muss. Vorgegeben ist zudem, dass innerhalb eines Jahres begonnen wird und das Projekt bis Ende 2022 abgeschlossen ist. Angesichts der Dimension des auf insgesamt 12,2 Millionen Euro veranschlagten Vorhabens ein strammer Zeitplan.

Der Kreistagsausschuss für Bildung hat deshalb am Montag beschlossen, einen Generalplaner zu beauftragen. Der Auftrag, der demnächst EU-weit ausgeschrieben und am 3. Dezember vergeben werden soll, hat es in sich. Allein das Vergabeverfahren ist so aufwendig, dass die Kreisverwaltung entschlossen hat, die Ulmer Firma NPS mit der Projektsteuerung zu betrauen. Auf 7,4 Millionen Euro werden die Sanierung der Wände und Decken sowie der Lüftung geschätzt.

Unterrichtsräume während der Bauzeit bereiten Sorge

Darüber hinaus gilt es für den Generalplaner sicherzustellen, dass während der Bauzeit genug Unterrichtsräume zur Verfügung stehen. Schulleiter Jan-Stefan Hettler skizzierte im Ausschuss die Aufgabe: An der Valckenburgschule werden 1600 Schüler von 140 Lehrern unterrichtet. 40 Klassenzimmer und 32 Fachräume stehen zur Verfügung. Letztere sind Hettler zufolge für den praxisnahen Unterricht an der berufsbildenden Schule besonders wichtig. Wie aber stellt man Ersatz zum Beispiel für einen Chemie-Fachraum zur Verfügung?

Umfangreiche Sanierungsarbeiten stehen der Valckenburgschule in Ulm bevor - bis zu zehn Millionen Euro könnten sie kosten.

Am besten wäre es, möglichst viele Schulräume während der Sanierung weiter zu nutzen, sagte Projektsteuerin Nora Mattes. Nach Ansicht des Schulleiters wird das schwierig: „Innerhalb des Hauses umzuschichten, ist nicht im großem Maßstab machbar.“ Vormittags seien die Unterrichtsräume zu 100 Prozent belegt, nachmittags zu 60 bis 70 Prozent. Während der Prüfungen sei der Platzbedarf besonders groß: „Für zwei Klassen brauche ich drei Räume.“

Valckenburgschule sucht Ausweichquartiere

Ausweichquartiere in der Nähe sind Nora Mattes zufolge eine weitere Möglichkeit, aber eine begrenzte: Die Pionierkaserne werde von der Stadt Ulm als Übergangslösung während Arbeiten in der List-Schule benötigt. Vielleicht gebe es in Neu-Ulm ein Angebot.

Bleiben Container. Diese könnten auf dem Hartplatz oder einem Teil des Parkplatzes aufgestellt werden. Auch das sieht der Schulleiter skeptisch. Einfache Container-Klassenzimmer seien nicht die Lösung, „unser Problem sind die Fachräume“. Bis Spätsommer 2020 wird der Generalplaner Zeit haben, dieses Problem zu lösen. Dann sollen die Arbeiten im Schulgebäude anlaufen

Vorrang für Photovoltaik

Eine vergleichsweise einfache Aufgabe ist dagegen die restliche Sanierung des Daches. Etwa 1110 Quadratmeter Flachdach des Baujahres 1993 müssen noch auf Vordermann gebracht werden. Das soll als erste Stufe des Gesamtprojekts im Sommer 2020 erledigt werden und kostet voraussichtlich 450 000 Euro. Ob die Flächen begrünt werden, wie Kreisrat Roland Riedlinger (Grüne) anmerkte, muss die Kreisverwaltung noch prüfen: wegen der Statik und wegen der Photovoltaikanlagen. Finanzdezernent Ulrich Keck: Die Photovoltaik habe wegen bestehender Verträge mit den Betreibern Vorrang.

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1500 Euro für einen Chemie-Saal

Spende Vielleicht hilft der Verband der Chemischen Industrie der Valckenburgschule, die schwierige Zeit der Sanierung zu überbrücken. Gerade die Fachräume sind Schulleiter Jan-Stefan Hettler zufolge kaum zu ersetzen. Da trifft es sich, dass besagter Verband dem Alb-Donau-Kreis als Schulträger 1500 Euro für die Ausstattung eines Chemie-Saals an der Valckenburgschule gespendet hat. Vielleicht gilt das ja auch für einen Übergangs-Chemie-Saal.