Unternehmen Uzin Utz hält an Strategie fest

Ulm / jkl 16.05.2018

„Veränderungen und vor allem die Bereitschaft sich zu verändern, sind das A und O in einem Unternehmen“, sagte gestern Vorstandsvorsitzender Thomas Müllerschön auf der Hauptversammlung von Uzin Utz – mit Blick auf etwa die Digitalisierung und das wachsende Engagement in den USA. Hinzu kommen Herausforderungen wie steigende Rohstoffpreise und das selbst auferlegte Strategieprogramm „Gold“, das bis Ende 2019 einen Umsatz von 400 Millionen Euro vorsieht, denen sich Uzin nach einem Umsatzplus von zuletzt rund 8 Prozent gewachsen sieht.

Nicht nur auf den Hersteller von Produkten zum Bodenverlegen, für den Müllerschön gestern zum letzten Mal als Vorstandsvorsitzender gesprochen hat, trifft diese Aussage zu. Müllerschön verändert sich beruflich nach über 25 Jahren im Unternehmen, davon 16 Jahre im Vorstand und zwei Jahre an dessen Spitze. Sein Wechsel zum Prüfkonzern Dekra trieb die Aktionäre in der Donauhalle um. „Er war das Herz des Unternehmens“, erklärte Beate Sander. „Er ging viel zu früh, anstatt zu spät.“ Aber auf eigenen Wunsch, wie Aufsichtsratsvorsitzender und Mehrheitsaktionär Werner Utz auf Nachfrage erklärte. „Sein Vertrag lief bis Ende 2020.“ Neben Müllerschön hat bereits 2017 Beat Ludin den Vorstand verlassen, „mit einer großen strategischen Bereitschaft“, wie Müllerschön sagte. Für sie übernehmen Utz’ Söhne Julian und Philipp.

Sie arbeiten, gemeinsam mit Heinz Leibundgut, der wie berichtet weiter im Uzin-Vorstand bleibt, an der Strategie 2025, die dem Programm Gold nachfolgen soll. Darin nicht mehr vorkommen wird die Sparte Lavanior. Der Bereich, der Maler ansprechen und Uzin vom Boden auch an die Wand bringen sollte, wurde zum Jahresende eingestellt.  Die Umsätze in diesem Segment seien zu gering ausgefallen, erklärte Philipp Utz. Die betroffenen Mitarbeiter seien am Standort in Ulm integriert worden.

Die Aktionäre stimmten einer Dividende von erneut 1,30 Euro je Aktie zu.

Zuwachs im ersten Quartal

Zahlen Uzin Utz verzeichnete im ersten Quartal 2018 ein Umsatzplus von fast 14 Prozent auf knapp 83 Millionen Euro. Gleichzeitig verlor die Aktie zeitweise 8,3 Prozent an Wert und lag zuletzt bei 61 Euro. Das Unternehmen beschäftigt 1232 Mitarbeiter. Uzin ist in 50 Ländern vertreten. In den USA ist eine zweite Fabrik an der Westküste geplant. Das 2015 eröffnete Werk an der Ostküste laufe sehr gut. 2017 stieg der Jahresumsatz auf 296 Millionen Euro (plus 8,4 Prozent).