Bei den orkanartigen Stürmen in der Nacht sind mehrere Bäume umgeknickt und auf die Straßen gefallen. Die Donau ist in Ulm und Neu-Ulm an mehreren Stellen über die Ufer getreten.

Im Landkreis Neu-Ulm gab es an der A7 mehrere Warnhinweise. Wie die Polizei mitteilt, kam es auf der A8 zu einem Verkehrsunfall. Ein Fahrzeug ist in einen umgestürzten Baum gefahren, der auf der Fahrbahn lag. Es entstand ein Schaden von rund 13.000 Euro, verletzt wurde niemand.

Youtube Hochwasser in Ulm und Neu-Ulm – Donau überflutet Gehwege

Viele Feuerwehreinsätze im Südwesten wegen Unwetters


Entwurzelte Bäume und über die Ufer getretene Flüsse: Windböen und Dauerregen haben in Teilen des Südwestens zu zahlreichen Feuerwehreinsätzen geführt. Orkanartige Böen und ergiebiger Dauerregen haben in der Nacht zum Dienstag in Teilen Baden-Württembergs zu zahlreichen Einsätzen von Polizei und Feuerwehr geführt. In Stetten am kalten Markt (Kreis Sigmaringen) fiel ein Baum auf ein Wohnhaus, durchschlug das Dach und beschädigte drei Autos. Der entstandene Schaden betrage etwa 60 000 Euro, sagte ein Polizeisprecher am frühen Morgen. Im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Ravensburg führte das Unwetter demnach zu 57 Einsätzen.

Stadt Ulm und Kreis Neu-Ulm

Gegen 10 Uhr am Dienstagmorgen war der Scheitelpunkt des Hochwassers der Iller in Wiblingen und Neu-Ulm erreicht. „Wir liegen zurzeit bei sechs Metern in Wiblingen“, sagte Andreas Rimböck, Leiter des Wasserwirtschaftsamtes Krumbach auf Anfrage. Auch der Pegelstand in Neu-Ulm sei nun am höchsten: „Viel kommt nicht mehr, in Kempten geht es bereits wieder zurück.“ Für den Ingenieur ist das Hochwasser „überhaupt nicht dramatisch.“ Die Meldestufe bewege sich zwischen zwei und drei, bei vier seien Schäden im Wohnbereich zu befürchten: „Davon sind wir weit entfernt.“ Auch aufgrund der Wettervorhersage kann sich Rimböck sicher sein, dass das erste Hochwasser im neuen Jahr glimpflich ablief: „Für die kommenden 96 Stunden sind keine Niederschläge vorhergesagt.“

Hochwasser nicht besonders dramatisch

Im Übrigen kann der Amtsleiter dem Hochwasser auch eine positive Seite abgewinnen. Denn die Grundwasserspeicher würden jetzt endlich ein wenig aufgefüllt, dadurch entspanne sich die Lage. Das Wasser sei trotz trockener Böden gut versickert. „Ein Teil fließt immer ab.“ Auch die Ulmer Entsorgungsbetriebe (EBU) haben im Laufe des Dienstagmorgens erleichtert die rückläufigen Pegelstände zur Kenntnis genommen. Wie EBU-Leiter Thomas Mayer gegen 13.20 Uhr erklärte, sei vor „30 Minuten die Nachricht gekommen, dass sich die Lage entspannt“. Mitarbeiter würden am Nachmittag deshalb auch die so genannten Dammbalken abbauen. Insgesamt drei wurden installiert. Nun dauere es halt noch etwas, bis sich der Normalzustand wieder einstelle. Wie auch Rimböck betrachtet Mayer das Hochwasser als nicht besonders dramatisch: „Wir waren auch gut vorbereitet und haben alles Notwendige veranlasst.“ Der Höchststand der Donau habe 3, 98 Meter betragen. Für Rimböck ist das einzige Außergewöhnliche, dass es Anfang Februar bis in Höhenlagen von 2000 Metern regnet, statt zu schneien. „Es ist eindeutig zu warm.“