Erziehung Unterstützung, die Eltern empfehlen

In der Psychologischen Beratungsstelle der Caritas nähern sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter spielerisch den Problemen der Kinder.
In der Psychologischen Beratungsstelle der Caritas nähern sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter spielerisch den Problemen der Kinder. © Foto: KOENNEKE V
Ulm / Chirin Kolb 21.08.2018

Wie zufrieden sind die Kinder, Jugendlichen und Eltern, die in der Psychologischen Familien- und Lebensberatungsstelle der Caritas Rat  suchten? Das wollte das Team um Leiter Andreas Mattenschlager in einer Klientenbefragung wissen. Das Ergebnis fiel für die Beratungsstelle sehr erfreulich aus. Alle Erwachsenen, die einen Fragebogen ausgefüllt haben, gaben an, sie würden die Beratungsstelle weiterempfehlen.

„Das ist ein schier unglaublicher Wert, der uns als Team sehr stolz macht“, berichtet Mattenschlager. 84 Prozent der erwachsenen Klienten beteiligten sich im November an der anonymen Befragung. Für die Kinder gab es einen speziellen Fragebogen, den 69 Prozent ausfüllten (siehe Info-Kasten). Auf die Frage, ob die Beratung hilfreich gewesen sei, stimmten von den 97 an der Befragung teilnehmenden Erwachsenen 74 „voll und ganz“ zu, 18 fast ganz. 80 fühlten sich vollkommen verstanden.

Insgesamt nahmen im vergangenen Jahr 814 Kinder und Jugendliche sowie 1847 Angehörige die Erziehungsberatung der Caritas in Anspruch. Hauptgrund waren familiäre Konflikte. In fast der Hälfte aller Fälle hatten die Kinder und Jugendlichen die Trennung ihrer Eltern erlebt. Hinter dem Sammelbegriff „familiäre Konflikte“ verbergen sich laut Mattenschlager aber auch schwierige Familiensituationen wie schwere Krankheit oder Tod, Beziehungsstörungen zwischen Eltern und Kindern sowie Konflikte in der Pubertät. Mehr als die Hälfte der Kinder, die in die Beratungsstelle kamen, war jünger als neun Jahre.

In 69 Fällen war das Kindeswohl gefährdet, schreibt Mattenschlager im Jahresbericht. Wenn es um familiäre Gewalt, sexuellen Missbrauch oder unzureichende Versorgung der Kinder geht, sei ein besonders achtsames und intensives Arbeiten der Berater nötig – oft in Kooperation mit den Jugendämtern.

Bei mehr als einem Viertel der Kinder lebte mindestens ein Familienmitglied von Sozialhilfe. „Die Risiken, an psychischen Störungen zu leiden und Entwicklungsaufgaben nicht adäquat lösen zu können, steigen mit Armut drastisch an“, sagt Mattenschlager. Armut und die dadurch eingeschränkte Teilhabe an gesellschaftlichen Möglichkeiten und Chancen belaste das Familienleben sehr.

Knapp 42 Prozent der Kinder und Jugendlichen haben einen Migrationshintergrund. Dass der Anteil so hoch ist, freut den Leiter der Beratungsstelle. Daran zeige sich, dass auch Menschen mit anderem kulturellem Hintergrund Vertrauen in die Arbeit der Beratungsstelle hätten. Schließlich sei gerade Erziehung stark geprägt von kulturellen Normen und Werten.

Was Kinder über die Beratung sagen

Fragebogen In der Befragung der Psychologischen Familien- und Lebensberatung der Caritas gaben 79 Prozent der teilnehmenden Kinder und Jugendlichen an, die Beratung habe ihnen geholfen. 92 Prozent fühlten sich verstanden.

Positives Auf die Frage, was ihnen in der Beratungsstelle besonders gut gefallen habe, sagten die Kinder unter anderem an: dass ich hier spielen und malen kann; dass es den Berater interessiert, was ich sage; dass wir immer gespielt haben und dass ich immer reden konnte; dass meine schlechten Erinnerungen weg sind.

Negatives Ein paar Nennungen auf die Frage, was ihnen nicht gefallen hat: dass die Zeit zu schnell vorbei ist; dass ich so lange warten musste; dass ich mit Wasserfarben malen musste; kein Pferd, kein Hund, kein Whirlpool; dass das Spielen immer so kurz war; dass ich bei bestimmten Gesprächsthemen weinen muss.

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